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Gefahr noch nicht gebannt

Im US-Bundesstaat Kalifornien sind an mehreren Stellen Buschfeuer ausgebrochen, die von starkem Wind angefacht werden. Auch das Luxusviertel Bel-Air im Westen der Metropole Los Angeles wird von den Flammen bedroht. Hunderte Häuser müssen evakuiert werden.

In Bel-Air brannten nach Angaben der Behörden am Mittwoch bereits mindestens vier Häuser ab. Mehrere Straßenzüge wurden geräumt. Die Feuerwehr alarmierte Anrainer, notfalls für eine rasche Evakuierung bereitzustehen. Das Skirball-Feuer, benannt nach dem gleichnamigen Kulturzentrum in der Gegend, näherte sich auch dem berühmten Getty Museum, das sich ebenfalls im Westen der Millionenmetropole befindet.

Die nahe gelegene Autobahn Interstate 405, eine der am meisten befahrenen Straßen der USA, wurde zeitweise gesperrt. Videos in Sozialen Netzwerken zeigten eine rote Feuerwand, die sich neben der von dichtem Morgenverkehr befahrenen Autobahn bewegte. Mittlerweile wurde die Sperre aufgehoben, laut „Los Angeles Times“ müssen aber weiterhin einige Autobahnabfahrten geschlossen bleiben.

Karte zeigt das von Buschfeuern betroffene Gebiet in Kalifornien

Grafik: OSM/ORF.at; Quelle: Los Angeles Fire Department

Feuer trifft auf Murdoch-Grundstück

Auch vor den „Gated Communities“, abgeriegelten Wohngebieten, in denen zahlreiche Prominente leben, machten die Flammen nicht halt. Zahlreiche Stars, die ihr Haus in Bel-Air haben, bereiteten sich am Mittwoch auf eine etwaige Evakuierung vor. Ein Grundstück von Medienmogul Rupert Murdoch wurde stark beschädigt.

Die Flammen erreichten am Mittwoch das Weingut des 86-Jährigen, der in der Vergangenheit den Klimawandel als „schwarzseherischen Unsinn“ bezeichnet hatte. Hubschrauber der Feuerwehr konnten die Flammen, die sich auf das 2,8 Hektar große Moraga-Weingut von Murdoch zubewegten, nicht rechtzeitig stoppen. „Wir beobachten die Situation genau und sind dankbar für die Bemühungen der Ersthelfer“, zitierte der britische „Guardian“ eine Aussendung Murdochs.

Löschmaßnahmen

Reuters/Andrew Cullen

Ein Hubschrauber löscht den Brand auf dem Anliegen von Rubert Murdoch

„Feuer in den Wintermonaten sind ungewöhnlich", sagte Daniel Berlant von der kalifornischen Behörde für Brandschutz der "New York Times“. Doch in den letzten zehn Jahren habe es mehr und mehr Brände außerhalb der typischen Feuersaison gegeben - ein deutliches Zeichen dafür, wie sich das Klima in Kalifornien ändere, so Berlants Bilanz.

Vor allem Ventura County betroffen

Neben dem Skirball-Feuer wüten fünf weitere Brände im Süden von Kalifornien, vor allem der Bezirk Ventura County nordwestlich von Los Angeles war davon stark betroffen. Zehntausende Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben, nach Angaben der Behörden brannte seit Montag eine Fläche von mehr als 260 Quadratkilometern ab. Am Mittwoch bahnte sich das Feuer seinen Weg bis zur Pazifikküste.

Luftaufnahmen der Brände

Reuters/AstroKomrade/NASA

Ein Foto von der Internationalen Raumstation (ISS) zeigt einen der Brände im Süden des Bundesstaates

Auch im Norden und Osten von Los Angeles sind Tausende Häuser von Flammen bedroht. In den betroffenen Regionen gilt der Notstand. Tausende Feuerwehrleute sind im Einsatz. Eric Garcetti, der Bürgermeister von Los Angeles, sprach von einem „Wunder“, das bisher keine Todesopfer aus den Brandgebieten gemeldet wurden. Mit einem großen Aufgebot von Helfern würde man gegen die Flammen vorgehen. Zeitweise abflauende Winde ermöglichten den Einsatzteams am Mittwoch erste Fortschritte.

Meteorologen geben keine Entwarnung

Entwarnung gibt es jedoch noch nicht. Die gefüchteten Santa-Ana-Winde - trockene, heiße Winde, die vor allem im Spätherbst und Winter das Wetter in Kalifornien beeinflussen - wehen mit hoher Geschwindigkeit aus dem Inland Richtung Küste. Laut Vorhersage der Meteorologen muss mindestens bis Freitag mit starken Böen gerechnet werden.

Nach vorläufigen Schätzungen brannten mehr als 180 Häuser ab, doch diese Zahl könnte noch steigen. Einige der schwersten Brände in der Geschichte Kaliforniens wüteten in den Herbstmonaten im Anschluss an einen trockenen Sommer. Im Oktober und November 2007 zerstörten Flammen in Südkalifornien etwa mehr als 1.500 Häuser, 1.900 Quadratkilometer Land verbrannten.

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