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200.000 Menschen auf der Flucht

Die in Kalifornien wütenden Buschbrände haben bis Donnerstag mehr als 200.000 Menschen in die Flucht getrieben. Tausende Häuser der Region Los Angeles waren von den Flammen bedroht, darunter auch Villen von Prominenten im Nobelstadtteil Bel Air. Wegen der extremen Gefahr riefen die Behörden zum ersten Mal die Alarmstufe Violett aus.

Das von der Feuerwehr verwendete Farbwarnsystem orientiert sich an der erwarteten Windstärke. Nach Angaben der kalifornischen Feuerwehr behinderten starke Winde mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde die Löscharbeiten. Die Feuerwehr rief die Anrainer zu höchster Wachsamkeit auf. Sie müssten jederzeit auf Evakuierungen vorbereitet sein. Wer sich nicht sicher fühle, solle sich in Sicherheit bringen.

Keine Entwarnung für Bel Air

Laut dem Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, mussten seit Montag 230.000 Menschen in den benachbarten Regionen Los Angeles und Ventura ihre Häuser verlassen. Die heftigen Winde ließen die Flammen regelrecht explodieren, warnte Garcetti.

Löschmaßnahmen

Reuters/Andrew Cullen

Ein Hubschrauber löscht den Brand auf dem Anliegen von Rubert Murdoch

Im Nobelviertel Bel Air ging die Polizei von Tür zu Tür, um sicherzustellen, dass alle Einwohner ihre Häuser verlassen haben. US-Medienberichten zufolge bedrohte ein Brand unter anderem das Anwesen von Medienzar Rupert Murdoch. Soulsänger Lionel Richie sagte ein Konzert ab, um seiner Ex-Frau bei der Evakuierung zu helfen. Auch andere Prominente mussten nach eigenen Angaben flüchten.

Karte zeigt das von Buschfeuern betroffene Gebiet in Kalifornien

Grafik: OSM/ORF.at; Quelle: Los Angeles Fire Department

Die Evakuierungszone umfasste eine Reihe weiterer Luxuswohngegenden von Los Angeles, vom Mulholland Drive im Norden bis zum Sunset Boulevard im Süden. Auch die berühmte Universität von Kalifornien wurde evakuiert, Dutzende Schulen wurden geschlossen. Der Wetterdienst warnte, dass die Brände sich weiter ausbreiten und das berühmte Kunstmuseum Getty Center bedrohen könnten. Das Museum und ein zweiter Standort der Getty-Sammlung wurden vorsichtshalber geschlossen, ebenso wie die Schnellstraße Freeway 405.

Brände in Ventura County außer Kontrolle

Unterdessen blieben die Brände im Bezirk Ventura County nordwestlich von Los Angeles außer Kontrolle. Allein dort mussten mindestens 50.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Mindestens ein Mensch kam durch die Feuer ums Leben. Die Flammen erreichten nach Angaben von Feuerwehrchef Mark Lorenzen den östlichen Stadtrand von Ventura am Pazifischen Ozean. Mehr als 12.000 Gebäude sind bedroht.

Luftaufnahmen der Brände

Reuters/AstroKomrade/NASA

Ein Foto von der Internationalen Raumstation (ISS) zeigt einen der Brände im Süden des Bundesstaates

Mindestens 4.000 Feuerwehrleute waren im Kampf gegen die verschiedenen Brände im Einsatz. Der Gouverneur des Bundesstaats Kalifornien, Jerry Brown, verhängte den Notstand. Die US-Katastrophenschutzbehörde Fema stellte Nothilfegelder zur Verfügung. US-Präsident Donald Trump erklärte über Twitter, seine „Gedanken und Gebete“ seien mit Kalifornien.

Die Region leidet bereits seit Jahren unter einer Dürre, was die rasante Ausbreitung der Flammen begünstigt. Der an der Westküste gelegene bevölkerungsreichste US-Staat wurde dieses Jahr bereits von mehreren verheerenden Bränden heimgesucht. Im Oktober kamen bei Flächenbränden in den weiter nördlich gelegenen Weinanbaugebieten mehr als 40 Menschen ums Leben.

„Deutliches Zeichen“ für Klimaveränderung

„Feuer in den Wintermonaten sind ungewöhnlich“, sagte unterdessen Daniel Berlant von der kalifornischen Behörde für Brandschutz der „New York Times“. Doch in den letzten zehn Jahren habe es mehr und mehr Brände außerhalb der typischen Feuersaison gegeben - ein deutliches Zeichen dafür, wie sich das Klima in Kalifornien ändere, so Berlants Bilanz.

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