Hochverratsprozess in Kiew: Poroschenko muss aussagen

Ein Kiewer Gericht hat den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko als Zeugen der Anklage in einem Hochverratsprozess gegen seinen Vorgänger Viktor Janukowitsch vorgeladen. Damit kam das Gericht einem Antrag der Staatsanwaltschaft in Kiew nach, wie die Agentur Interfax heute meldete. Ob Poroschenko der Vorladung folgt, ist unklar.

Ebenso sollen andere Politiker der heutigen ukrainischen Führung vorgeladen werden. In dem Hochverratsprozess wird dem im Exil in Russland lebenden Janukowitsch unter anderem vorgeworfen, bei seinem gewaltsamen Sturz im Februar 2014 Moskau um Militärhilfe ersucht zu haben.

Ihm drohen 15 Jahre Gefängnis. Der 67-Jährige weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet den Prozess als politisch motiviert. Janukowitsch selbst wurde bereits per Videokonferenz befragt, zog seine Anwälte jedoch später aus dem Prozess zurück.

Im März 2014 hatte Russland die ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim annektiert. Zudem kämpfen seit mehr als drei Jahren prorussische Separatisten in Janukowitschs Heimatregion Donezk und dem angrenzenden Gebiet Luhansk gegen ukrainische Regierungstruppen. In dem Krieg starben UNO-Angaben zufolge bisher mehr als 10.000 Menschen.