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Landeskriminalamt ermittelt

An der OMV-Gasstation bei Baumgarten an der March in Niederösterreich hat es am Dienstag gegen 9.00 Uhr eine heftige Gasexplosion gegeben. Laut Polizei kam ein Mann ums Leben. 18 Personen wurden verletzt, fünf davon schwer. Auslöser sei eine „technische Ursache“. Das Landeskriminalamt ermittelt.

Im Zuge der Explosion kam es zu einem Großbrand, der laut Feuerwehr „bis auf einige kleinere Brandherde“ mittlerweile eingedämmt ist. Das Feuer erfasste sechs Objekte, die zum Teil in Vollbrand gerieten.

„Die Anlage wurde im kontrollierten Zustand heruntergefahren und ist außer Betrieb“, sagte der Sprecher von Gas Connect, Armin Teichert. Für Österreich erwartet die OMV-Tochtergesellschaft bis auf Weiteres keine Auswirkungen auf die Gaslieferungen. Italien erklärte hingegen den Notstand bei der Energieversorgung.

Feuerwehren und Rettung im Großeinsatz

Zahlreiche Feuerwehren rückten aus, ebenso die Notarzthubschrauber Christophorus 3 und Christophorus 9. Das Rote Kreuz entsandte zwei Notarzt- und zehn Rettungswagen. Das Gebiet ist großflächig gesperrt. Wie die Polizei rund zwei Stunden nach der Explosion via Twitter bekanntgab, ist die Lage unter Kontrolle.

ÖAMTC-Hubschrauber nahe der Einsatzstelle

APA/ÖAMTC

Rettungshubschrauber sind im Einsatz

Ein Rettungshubschrauber flog ein Opfer mit Verbrennungen ins AKH Wien. Laut einem ÖAMTC-Sprecher kehrte der Notarzthubschrauber in der Folge nach Baumgarten zurück.

„Wir müssen jetzt herausfinden, welche Anlagenteile betroffen sind“, sagte ein Pressesprecher der OMV. Das Landeskriminalamt nahm Ermittlungen auf. Der Polizeihubschrauber sei im Einsatz, um die Situation aus der Luft beurteilen zu können, hieß es von der Polizei - mehr dazu in noe.ORF.at.

Landesregierung ließ Einsatzstäbe einrichten

Laut Landesregierung wurden Einsatzstäbe eingerichtet. Gleichzeitig werde derzeit die Explosionsursache ermittelt. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zeigte sich tief betroffen. Sie stehe in ständigem Kontakt mit den Einsatzkräften. Sie kündigte zudem an, sich an Ort und Stelle ein Bild zu machen.

Geschmolzene Rückseite eines Autos

APA/Einsatzreport

Die enorme Hitze der Explosion verursachte schwere Schäden an auf dem angrenzenden Parkplatz stehenden Autos

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen drückte auf Facebook seine Anteilnahme aus: „Meine Gedanken sind bei der Familie, den Freunden und Arbeitskollegen des Mannes, der heute im Marchfeld ums Leben gekommen ist. Meine aufrichtige Anteilnahme sowie viel Kraft für die schweren Stunden der Trauer“.

Wichtiger Gashub für Europa

Die Polizei bat, den Raum um Baumgarten und Marchegg zu meiden. Die Gasstation Baumgarten ist Österreichs größtes Verteilerzentrum für Erdgasimporte aus Russland und Norwegen. Mit einer Jahreskapazität von 40 Milliarden Kubikmeter zählt sie zudem zu den wichtigsten Gasdrehscheiben Mitteleuropas, über sie wird vor allem Norditalien und Süddeutschland mit Erdgas versorgt.

Größte Gasübernahmestation Österreichs

Bei der Gasstation in Baumgarten handelt es sich um die größte Übernahmestation für Erdgas, unter anderem aus Russland und Norwegen, in Österreich.

„Die benachbarten Fernleitungsbetreiber wurden umgehend informiert, damit rechtzeitig Maßnahmen eingeleitet werden können“, hieß es seitens des Unternehmens. In Österreich wird vor allem der Osten via Baumgarten versorgt. Die Unternehmen der EAA Gruppe - Energie Burgenland, EVN und Wien Energie - haben nach eigenen Angaben aber vorsorglich „große Mengen Erdgas für ihre Kunden in leistungsfähigen Speichern gelagert“.

„Über die sogenannte Westschiene, eine leistungsstarke Transportleitung von den Gasspeichern in Oberösterreich in den Osten, kann Erdgas zu den Kunden in Ostösterreich transportiert werden“, versicherte die Allianz in einer Aussendung.

Transitpipelines wie die Trans-Austria-Gasleitung (TAG), die West-Austria-Gasleitung (WAG) und die Hungaria-Austria-Gasleitung (HAG) haben hier ihren Ausgangspunkt. Das Verteilerleitungsnetz in Österreich erstreckt sich über nahezu 40.000 Kilometer. Die Anlage entstand 1959 aus der ursprünglichen Förderstation des Gasfeldes Zwerndorf im niederösterreichischen Marchfeld.

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