Geschäfte trotz Iran-Sanktionen: Banker in NY verurteilt

Der türkische Banker Mehmet Hakan Atilla, der dem Iran illegale Geschäfte entgegen den Sanktionen der USA ermöglichte, ist in einem New Yorker Prozess schuldig gesprochen worden. Die Jury befand Atilla, gegen den der Goldhändler Reza Zarrab ausgesagt hatte, in fünf von sechs Anklagepunkten für schuldig, bestätigte eine Gerichtssprecherin der dpa gestern.

Der 34-jährige Zarrab hatte in dem Prozess eigentlich selbst auf der Anklagebank sitzen sollen, hatte sich dann aber schuldig bekannt und trat als Belastungszeuge auf. Im Gerichtssaal sagte er aus, dass selbst der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan von dem Komplott gewusst und den Geschäften mit Gold gegen Öl zugestimmt habe.

Verhältnis USA-Türkei durch Prozess verschlechtert

Der Prozess hat das Verhältnis zwischen den USA und der Türkei verschlechtert, das im Streit um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen ohnehin belastet ist. Laut einem Bericht der „New York Times“ bemühte sich Erdogan bei der US-Regierung um eine Einstellung des Verfahrens und sprach das Thema im September auch direkt in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump an. Erdogan bestreitet, gegen Sanktionen verstoßen zu haben. Die türkische Justiz ordnete zudem an, Zarrabs Vermögen beschlagnahmen zu lassen.