CDU, CSU und SPD starten Sondierung für große Koalition

Mehr als drei Monate nach der Bundestagswahl starten CDU, CSU und SPD heute unter erheblichem Druck Sondierungen für eine Fortsetzung ihrer Großen Koalition. Die Spitzen der bisherigen Regierungspartner wollen bis Freitag ausloten, ob sie ihren Parteigremien Koalitionsverhandlungen über eine Neuauflage von Schwarz-Rot empfehlen können. Die Verhandlungen über ein Jamaika-Bündnis von CDU, CSU, FDP und Grünen waren vor sieben Wochen an der FDP gescheitert.

Alle drei Parteichefs angeschlagen

Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel, der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer und SPD-Chef Martin Schulz sind nach ihren teils miserablen Ergebnissen angeschlagen und auf einen Erfolg der Verhandlungen angewiesen. Die SPD-Führung braucht für die Aufnahme formeller Koalitionsverhandlungen die Zustimmung eines Parteitags, der am 21. Jänner in Bonn stattfindet. Deutschland wird mehr als drei Monate nach der Bundestagswahl am 24. September nur geschäftsführend regiert. Das hat es in dieser Form bisher nie gegeben.

Führende Politiker von CDU, CSU und SPD hatten sich am Samstag optimistisch über einen Erfolg der Sondierung geäußert, aber auf die jeweiligen Kernforderungen gepocht. Die Verhandler der Union um Merkel und Seehofer legten am Vorabend ihren Kurs für die Gespräche mit den Sozialdemokraten fest.