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Buschbrände im Süden des Landes

Heftige Buschbrände bei hochsommerlichen Temperaturen haben Feuerwehren im Süden Australiens über das Wochenende Dauereinsätze beschert. In den Bundesstaaten Victoria und Südaustralien brannten Häuser nieder, große Flächen mit Busch und Grasland standen in Flammen.

In Currum Downs, einem südöstlichen Vorort von Melbourne, wurde ein 15-jähriges Mädchen als mutmaßliche Brandstifterin ermittelt. In Sydney wurde die höchste Temperatur seit 1939 gemessen: 47,3 Grad Celsius. Vor 79 Jahren wurden 47,8 Grad gemessen. In Adelaide, der Hauptstadt Südaustraliens, waren am Samstagmittag 42,3 Grad Celsius gemessen worden.

Tennisturnier abgebrochen

Wegen der Hitze musste das WTA-Tennisturnier in Sydney unterbrochen werden, nachdem die Französin Kristina Mladenovic wegen der hohen Temperaturen in der ersten Runde aufgegeben hatte. „43 Grad, aber wahrscheinlich 50 auf dem Platz, als das Match begann“, twitterte Mladenovic nachher. Sie entschuldigte sich bei den Fans. Es sei das erste Mal, dass sie ein Match abgebrochen habe. Auch der Journalist Jamie Pandaram twitterte, dass wegen der enormen Hitze auch mehrere Sportfotografen das Handtuch warfen.

Mädchen kommt vor Jugendgericht

In Currum Downs hatte sich am Samstag eine breite Feuerfront gebildet, so die australische Nachrichtenagentur AAP. Mindestens ein Wohnhaus sowie mehrere Schuppen und Zäune wurden zerstört oder beschädigt. 30 Häuser wurden zeitweilig evakuiert.

Brandbekämpfer waren die ganze Nacht auf Sonntag im Einsatz. Das Feuer war am Samstagnachmittag bei Außentemperaturen von über 40 Grad Celsius ausgebrochen. Das Mädchen, das den Brand verschuldet haben soll, werde sich nun in Kürze vor einem Jugendgericht verantworten müssen, berichtete AAP.

Familie posiert mit Weihnachtsmützen am Bondi-Beach in Sidney

Reuters/David Gray

Weihnachten verbrachten viele Australier auch diesmal traditionell am Strand - warm genug war es

Aufrufe, Häuser zu verlassen

In Benalla, rund 200 Kilometer nordöstlich von Melbourne, gab es am Sonntag nach einem plötzlich auflodernden Grasfeuer Alarm. „Verlassen Sie Ihre Häuser, Sie sind in Gefahr“, so die Lautsprecherdurchsagen. Der Brand auf etwa 100 Hektar Fläche konnte aber schnell eingedämmt werden.

In der Gemeinde Sherwood im Bundesstaat Südaustralien wurde ein Feuerwehrtrupp zeitweilig in seinem Fahrzeug von Flammen eingeschlossen, blieb aber unversehrt. Nach Angaben der Brandschutzbehörden verbrannten 12.100 Hektar Busch- und Farmland. „Mehrere Häuser und andere Bauten fielen dem Feuer zum Opfer“, hieß es in einer Mitteilung. Am Sonntag schien rund um Sherwood das Schlimmste vorüber, nachdem die Temperaturen wieder gesunken waren.

Experten warnten im September

Bereits im September hatten die Behörden die Bevölkerung gewarnt, sie müssten sich auf eine Sommersaison mit besonders hoher Gefahr von Buschbränden einstellen. Denn die Monate davor hatten Australien einen der trockensten jemals gemessenen Winter beschert.

Mehr als 200 Wetterrekorde wurden laut BBC bereits im letzten Sommer in Australien gebrochen: Es gab Hitzewellen, Buschbrände und Überflutungen. Australische Experten warnten, dass die Luft- und die Meereswassertemperatur vom Klimawandel beeinträchtigt werden und es daher vermehrt zu Extremwettersituationen kommt.

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