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Zu wenige Ergebnisse

Der US-Pharmariese Pfizer beendet die Suche nach neuen Medikamenten für die bisher unheilbaren Erkrankungen Alzheimer und Parkinson. Als Grund führt der weltgrößte Pharmakonzern eine Umstrukturierung der Forschungsgelder an.

Der Konzern will den Angaben zufolge nur noch in Bereichen forschen, in denen Aussichten und Erfahrung am größten sind. In Zusammenhang mit der Entscheidung sollen laut den Angaben 300 Stellen in den US-Staaten Massachusetts und Connecticut wegfallen.

Viel Aufwand, geringe Resultate

Pfizer hat in der Vergangenenheit viel Geld in die Alzheimer- und Parkinson-Forschung investiert, die Resultate blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück. 2012 wurde beispielsweise der in Kooperation mit dem Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson entwickelte Wirkstoff Bapineuzumab eingestampft, nachdem er in Testphasen keine Resultate zeitigte. Der Antikörper galt zu diesem Zeitpunkt mitunter als einer der vielversprechendsten experimentellen Wirkstoffe.

Auch andere Pharmakonzerne müssen Rückschläge hinnehmen. Ende Dezember 2016 zeigte eine großangelegte Studie mit 2.100 Patienten, dass der vom US-Pharmakmonzern Eli Lilly entwickelte monoklonale Antikörper Solanezumab die chronische Verschlechterung der Gehirnleistung bei Alzheimer-Patienten nicht bremsen kann. Analysten hatten dem Medikament im Falle der Marktzulassung einen Jahresumsatz von fünf Milliarden US-Dollar zugetraut.

WHO: Verdreifachung von Demenzpatienten bis 2050

Wissenschaftler gehen davon aus, dass neurodegenerative Erkrankungen wie Demenzformen, Alzheimer und Parkinson aufgrund einer höheren Lebenserwartung in Zukunft wesentlich öfter auftreten werden. In Österreich sind derzeit geschätzte 100.000 Menschen an Morbus Alzheimer erkrankt, bis 2050 ist ein Anstieg auf 230.000 Betroffene prognostiziert. Weltweit rechnet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einer Verdreifachung auf 152 Millionen Menschen.

Pharmakonzerne ziehen sich zurück

Die Erforschung von Behandlungsmöglichkeiten erwies sich bis jetzt allerdings als weitgehend fruchtlos und teuer. Schneller Profit ist deswegen nicht in Sicht. Aus diesem Grund ziehen sich Pharmakonzerne zunehmend aus der Forschung zurück, universitären Forschungseinrichtungen fehlt hingegen oftmals das Geld. Dem steht gerade in den USA die Preispolitik von Pharmakonzernen gegenüber: Im vergangenen Jahr sorgten dort drastische Preiserhöhungen bei überlebenswichtigen Medikamenten für einen Aufschrei.

Pfizer gehört neben anderen Pharmakonzernen wie GlaxoSmithCline und Eli Lilly zu den Mitgliedern des Dementia Discovery Fund, eines 2015 gegründeten Risikokapitalfonds zur Erforschung von Demenzerkrankungen. Wie die Beteiligung daran künftig aussehen wird, blieb vorerst offen. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte Pfizer, man wolle einen neuen Risikokapitalfonds für Neurowissenschaft gründen.

Krankheiten derzeit unheilbar

Alzheimer ist die schwerste Form von Demenz und auf der ganzen Welt verbreitet. Sie zeichnet sich durch einen langsam fortschreitenden Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten aus. Betroffen sind meist ältere Menschen; nur in seltenen Fällen sind die Betroffenen jünger als 60 Jahre. Die meisten Behandlungen konzentrieren sich auf den Abbau der Eiweißablagerungen, bisher aber ergebnislos.

Parkinson gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Sie kann Zittern, Steifheit, Gleichgewichtsprobleme und Schwierigkeiten beim Gehen sowie der Koordinierung von Bewegungen verursachen. Die Ursachen beider Krankheiten sind noch nicht geklärt, sie gelten als unheilbar. Im Fall von Alzheimer können die bisher verwendeten Arzneimittel nur die Symptome etwas bremsen.

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