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Regenfälle trafen auf ausgedörrten Boden

Bei Erdrutschen im US-Staat Kalifornien sind mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Ihre Leichen seien am Dienstag in Montecito nahe Los Angeles unter Haustrümmern und in Schlammmassen entdeckt worden, teilte die Polizei mit. Die Opferzahl könnte noch steigen. Die Feuerwehr suchte mit Hunden nach mehr als 20 Vermissten.

Die Erdrutsche waren nach Angaben der Polizei durch einen Sturm ausgelöst worden, der heftige Regenfälle mit sich brachte. Dadurch sei ein Bach über die Ufer getreten, und von Hängen oberhalb von Montecito hätten sich Schlamm und Gesteinsbrocken gelöst. Mehrere Dutzend Häuser in dem nordwestlich von Los Angeles gelegenen Ort wurden zerstört oder beschädigt, wie Einsatzkräfte mitteilten.

Ein zerstörtes Haus

APA/AP/Daniel Dreifuss

Die Schlammmassen rissen ganze Gebäude mit sich

Die Feuerwehr setzte nach eigenen Angaben Suchhunde ein, um mögliche weitere Opfern unter den Erdmassen zu finden. Mehr als 20 Menschen wurden laut ihren Angaben als vermisst gemeldet. Nach Angaben der Polizei im Bezirk Santa Barbara von Dienstagabend (Ortszeit) wurden mindestens 25 Menschen verletzt.

Polizei rechnet mit weiteren Toten

Eine 14-Jährige saß mehrere Stunden in einem zerstörten Haus in Montecito fest, bevor sie von den Einsatzkräften in Sicherheit gebracht wurde. Auch viele andere Einwohner mussten gerettet werden, etwa 50 von ihnen aus der Luft. Tausende Anrainer waren aufgefordert worden, gefährdete Bezirke zu verlassen.

Polizeiautos vor überschwemmtem Gebiet

APA/AP/Santa Barbara County Fire Department/Mike Eliason

Metergroße Gesteinsbrocken lösten sich und fielen talwärts

Der Sheriff des Bezirks Santa Barbara, Bill Brown, sagte, nach dem Fund von 13 Leichen rechne er mit weiteren Todesopfern. Bereits jetzt kamen mehr Menschen ums Leben als beim großen kalifornischen Erdrutsch vom 10. Jänner 2005. Damals starben zehn Menschen, als in der Stadt La Conchita ein Hügel nachgab.

Schäden erschweren Rettungsmaßnahmen

Erschwert wurden die Rettungseinsätze durch die Sturmschäden. Straßen waren überflutet oder durch umgestürzte Bäumen blockiert. Eine wichtige Schnellstraße entlang der Küste war auf einer Länge von etwa 50 Kilometern unbefahrbar. Die bei Santa Barbara lebende Talkshow-Moderatorin Ellen DeGeneres postete am Dienstag eine Luftaufnahme von der überschwemmten Region. „Das ist kein Fluss. Das ist der Highway 101 in meiner Nachbarschaft“, schrieb sie zu dem Foto von einer schlammbedeckten Straße.

Polizeiautos vor überschwemmtem Gebiet

APA/AP/Santa Barbara County Fire Department/Mike Eliason

Straßen wie der Highway 101 waren nach den Unwettern unpassierbar

Auch in Burbank, einem weiteren Vorort von Los Angeles, gab es einen Erdrutsch, der Autos mit sich riss, mehrere Häuser beschädigte und eine Gasleitung zerstörte. Durch das Gasleck sei die Gasversorgung in bis zu 45 Häusern ausgefallen, sagte der Feuerwehrchef von Burbank, John Owings, dem Lokalsender KCAL9. Die Behörden ordneten eine Evakuierung des betroffenen Gebietes an.

Unwetter dauern an

Auf dem internationalen Flughafen von Los Angeles musste wegen Überschwemmungen ein Zollabfertigungsbereich im Terminal 2 geschlossen werden. Meteorologen sagten weitere Regenfälle und Gewitterstürme in der Region voraus. Nach den schweren Flächenbränden in den vergangenen Wochen sind die Hangoberflächen extrem instabil und für Rutschungen anfällig. In Los Angeles fiel den Angaben zufolge so viel Regen wie seit vielen Monaten nicht mehr.

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