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Zermatt und Saas-Fee wieder erreichbar

Nach den intensiven Schneefällen der vergangenen Tage sind die Schweizer Wintersportorte Zermatt und Saas-Fee seit Mittwochabend wieder erreichbar. In Zermatt wurde seit Mittwochfrüh mit Hochbetrieb an der Räumung der Zugsstrecke gearbeitet. Unerwartet verzögert wurde die Räumung von „großen Schneemassen“ eines Lawinenabgangs.

Deren Ausmaß sei erst bei den am Mittwoch angelaufenen Räumungsarbeiten deutlich geworden. „Die Schneemassen stammen von einer Lawine aus den Vortagen und waren beim vorherigen Erkundungsflug mit dem Helikopter nicht zu erkennen“, teilte die Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGBahn) dazu weiter mit. „Es gibt mehr Schnee wegzuräumen, als angenommen wurde“, wurde dazu David Studer von der MG von der „Basler Zeitung“ („BAZ“) zitiert. Damit verzögerte auch die zunächst für Mittwochvormittag geplante Freigabe der Strecke für die ersten Züge.

Bagger auf der schneebedeckten Zugstrecke

APA/AFP/Fabrice Coffrini

Auf der Zugsstrecke lag mehr Schnee als zunächst erwartet

Seit Mittwochabend war Zermatt via Zug wieder erreichbar. Der erste Zug verließ laut „Neuer Zürcher Zeitung“ („NZZ“) kurz nach 17.00 Uhr den Bahnhof Zermatt zum fünf Kilometer entfernten Täsch. Dort mussten die Reisenden angesichts noch aufrechter Streckensperren allerdings auf Busse umsteigen. Die für den öffentlichen Verkehr ohnehin geperrte Straße von Täsch ins autofreie Zermatt ist weiterhin nicht befahrbar - an einer Öffnung werde laut Zermatt Tourismus aber mit Hochdruck gearbeitet.

Schneeräumung in Zermatt

APA/AP/Marko Knezevic

So wie in Zermatt laufen auch in Saas-Fee die Räumarbeiten auf Hochtouren

Bis Mittwochabend wurde auch die Strasse zum Skiort Saas-Fee vom Schnee befreit. Rund 13.000 Feriengäste saßen seit Montag allein in Zermatt fest, im Saastal waren es weitere 2.000 Urlauber.

Kontrollierte Lawinensprengungen

Vor der Freigabe der gesperrten Verkehrsverbindungen wurden von den zuständigen Einsatzkräfte auch kontrollierte Lawinensprengungen durchgeführt. Ungeachtet strahlenden Sonnenscheins mussten die festsitzenden Winterurlauber vielerorts weiter aufs Skifahren verzichten. Angesichts der Gefahr von Lawinenabgängen blieben die Skipisten etwa in Saas Fee auch am Mittwoch weiter geschlossen.

Touristen warten auf dem Heliport der Air Zermatt für einen Flug per Luftbruecke ins Tal nach Raron

APA/Keystone/Dominic Steinmann

Bereits am Dienstag wurden erste Wintersportler ausgeflogen

Auch in Zermatt warteten viele Urlauber vor allem auf die Wiedereröffnung der Skipisten. Einige wenige waren laut Zermatt Tourismus am Mittwochnachmittag „schon gesichert und wieder offen“. All jene, die dennoch abfahren wollten, setzten bis zur Freigabe der Zugsstrecke auf die von Air Zermatt nach Täsch eingerichtete Luftbrücke. So wie am Vortag herrschte am Heliport großer Andrang und lange Wartezeiten.

Lawinengefahr nun auf Stufe vier

Leicht entspannt hat sich auch die Lawinensituation. Nachdem am Vortag erstmals seit neun Jahren die höchste Warnstufe ausgerufen wurde, ist diese nach Angaben vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) mittlerweile auf die zweithöchste Stufe gesenkt. „Mit dem Ende von den intensiven Schneefällen rechnen wir nicht mehr mit so vielen spontanen Lawinen“, sagte dazu Lawinenexpertin Christine Pielmeier gegenüber Radio Rottu Obewallis.

Leichte Entspannung auch im Aostatal

Auch in den italienischen Alpen sind zahlreiche Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt. Im Wintersportort Sestriere verschüttete bereits in der Nacht auf Dienstag eine Lawine ein Ferienhaus. Verletzt wurde aber niemand. Nicht nur im Piemont hielt Schnee die Einsatzkräfte in Atem. Im Aostatal war am Dienstag gebietsweise ebenfalls die höchste Lawinenwarnstufe fünf verhängt worden. Für Mittwoch wurde sie in der ganzen Region auf vier gesetzt. Wieder für den Verkehr freigegeben wurde am Mittwoch zudem die zu Wochenbeginn wegen Lawinengefahr gesperrte Straße zwischen Valtournenche und Breuil-Cervinia.

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