„Brexit“: May will nicht für Zugang zu EU-Finanzmarkt zahlen

Die britische Premierministerin Theresa May hat ausgeschlossen, nach dem „Brexit“ für einen Zugang zum europäischen Finanzmarkt zu zahlen. „Wir werden für den Zugang zum Markt nicht zahlen“, sagte ein Regierungssprecher gestern in London. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor angedeutet, Deutschland wolle von Großbritannien Geld dafür verlangen, dass britische Finanzinstitute nach dem „Brexit“ Zugang zu den europäischen Märkten erhalten.

May empfing in London zusammen mit ihrem Finanzminister Philip Hammond eine Reihe von Bankenchefs. Sie versprach dabei, sie werde mit der EU eine Einigung auf eine Übergangsphase nach dem „Brexit“ Ende März 2019 erzielen. London will während dieser Übergangsphase noch im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion bleiben. Auch die Finanzbranche dringt auf einen solchen Puffer, um den Übergang in künftige Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und EU besser zu meistern.

Banken und andere Finanzunternehmen fürchten, nach dem „Brexit“ das Recht zu verlieren, ihre Produkte und Dienstleistungen in anderen EU-Mitgliedsstaaten anbieten zu können. Mehrere Banken kündigten bereits an, Tausende Jobs von London in andere europäische Finanzplätze zu verlagern, etwa nach Frankfurt am Main.