Tote bei Plünderungen in Venezuela

In dem unter Lebensmittelengpässen leidenden Venezuela sind bei neuen Plünderungen laut Berichten von Opposition und Medien vier Menschen getötet worden. Weitere 15 seien bei den Unruhen gestern verletzt worden.

In der Stadt Arapuey im Westen Venezuelas würden Plünderer seit mehreren Tagen Geschäfte und Warenhäuser ins Visier nehmen, sagte der Oppositionspolitiker Carlos Paparoni. Dabei sei es zu Auseinandersetzungen zwischen den Plünderern und Soldaten gekommen.

Rund hundert Menschen seien festgenommen worden. Nach Angaben der Oppositionspolitikerin Gaby Arellano wurde die Region von Polizisten und Soldaten „übernommen“. Geschäftsbesitzer würden versuchen, ihr Eigentum zu verteidigen.

Schon seit Tagen kommt es wegen der Lebensmittelknappheit in dem ölreichen, aber krisengeschüttelten Land in mehreren Städten zu Plünderungen. Am Mittwoch war dabei ein 19-Jähriger erschossen worden. Bereits im Dezember war eine ebenfalls 19-Jährige bei einer Essensausgabe erschossen worden.

Opposition verhandelt mit Regierung

Unterdessen kamen Vertreter von Regierung und Opposition Venezuelas in der Dominikanischen Republik zu einer dritten Gesprächsrunde über einen Ausweg aus der Krise vor der in diesem Jahr geplanten Präsidentschaftswahl zusammen. Kommunikationsminister Jorge Rodriguez beschuldigte die Opposition, sie wolle „zur Strategie der Gewalt zurückzukehren“.

Der Oppositionspolitiker Juan Andres Mejia sagte, es „scheint in der Luft zu liegen, dass wir nicht vorankommen werden“. Präsident Nicolas Maduro hingegen betonte in einer Radioansprache, dass ein „vorläufiges Abkommen“ möglich sei.