Ökonomen mit neuen Reformvorschlägen für Euro-Zone

Führende Ökonomen aus Deutschland und Frankreich plädieren für eine Reform der Euro-Zone. Die Wissenschaftler fordern etwa, die komplizierten Schuldenregeln des Maastricht-Vertrages durch ein System mit einfacheren Vorgaben zu ersetzen, wie der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe berichtet.

Zudem wollen sie mehr Macht für Institutionen der Euro-Zone und eine Insolvenzordnung für Staaten. Letztere soll verhindern, dass Euro-Staaten zu viele Kredite aufnehmen. Insgesamt werde eine Kombination aus „Marktdisziplin und Risikoteilung“ benötigt, zitiert das Magazin aus dem 33-seitigen Papier, das kommende Woche vorgestellt werden soll.

Kein eigener Haushalt für Euro-Zone

Zugleich gehen die Ökonomen auf Distanz zu einem eigenen Haushalt für die Euro-Zone, wie ihn Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorgeschlagen hat. Ein solches Budget könne zwar die Konjunktur stabilisieren, erfordere aber Entscheidungen über die Aufgabenteilung zwischen Euro-Zone, EU-Kommission und Nationalstaaten, die politisch gefällt werden müssten.

Stattdessen sollte es einen begrenzten „Schlechtwetterfonds“ geben, aus dem Länder mit der Gemeinschaftswährung bei tiefen konjunkturellen Krisen Hilfen bekommen können. Dauerhafte Transfers lehnen die Ökonomen ab.

Der Gruppe gehören laut Bericht aus Deutschland unter anderem Ifo-Chef Clemens Fuest sowie der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, an. Von französischer Seite sind die Pariser Ökonomin Agnes Benassy-Quere sowie der Macron-Berater Jean Pisani-Ferry beteiligt.