Zeman bei Präsidentenwahl in Tschechien voran

Bei der Präsidentenwahl in Tschechien liegt Amtsinhaber Milos Zeman nach ersten Zwischenergebnissen in Führung. Nach Auszählung eines Drittels der Wahlbezirke erhielt der 73-Jährige 42,7 Prozent der Stimmen. Auf dem zweiten Platz folgte der parteilose Chemieprofessor Jiri Drahos mit 24,8 Prozent, teilte die Statistikbehörde CSU heute mit.

Milos Zeman, tschechischer Präsident

Reuters/David W Cerny

Die großen Städte sind noch nicht ausgezählt. Sollte wie erwartet keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen, findet in zwei Wochen eine Stichwahl statt. Zeman hatte sich im Wahlkampf als Zuwanderungsgegner und Kämpfer für die kleinen Leute positioniert. Er pflegt gute Kontakte zu Moskau und Peking. Drahos will den NATO-und EU-Mitgliedsstaat wieder stärker nach Westen orientieren.

60 Prozent Wahlbeteiligung

Es zeichnete sich mit knapp 60 Prozent eine ähnlich hohe Beteiligung der knapp 8,4 Millionen Berechtigten ab wie bei der ersten Volkswahl des Staatsoberhaupts vor fünf Jahren. Der tschechische Präsident repräsentiert das Land im Ausland, ernennt die Verfassungsrichter und spielt eine Rolle bei der Regierungsbildung.

Bis auf einen Zwischenfall verlief die Wahl ohne besondere Vorkommnisse: Eine Femen-Aktivistin war mit nacktem Oberkörper und dem Ruf „Zeman - Putins Schlampe“ auf den amtierenden Präsidenten zugestürzt, als dieser seine Stimme abgeben wollte. Zeman war im November in Russland mit Kreml-Chef Wladimir Putin zusammengekommen.