Themenüberblick

„Omas gegen Rechts“ zogen mit

Ein Großaufgebot von rund 1.000 Beamten hat am Samstag die Wiener Innenstadt rund um die Großdemonstration gegen die neue Bundesregierung gesichert. Mehr als 20.000 Menschen nahmen an der Protestveranstaltung teil, wie die Polizei schätzte. Der Demonstrationszug reichte über die gesamte Innere Mariahilfer Straße.

Die Veranstalter, die zuvor noch mit 10.000 Demonstranten gerechnet hatten, sprachen sogar von bis zu 70.000 Teilnehmern. Eine exakte Schätzung war jedoch schwierig, „da sich auch zahlreiche Schaulustige und Einkäufer auf der Mariahilfer Straße befanden“, so Polizeisprecher Paul Eidenberger.

Demonstrationin Wien

APA/Hans Punz

Die Demo zog vom Westbahnhof in die Wiener Innenstadt

Insgesamt verlief die Demo aus polizeilicher Sicht „ruhig und ohne nennenswerte Vorfälle“. Lediglich im rund 200 Personen umfassenden Schwarzen Block wurden einzelne pyrotechnische Gegenstände gezündet und Eier geworfen. Am Heldenplatz angekommen, löste sich der Schwarze Block rasch auf.

Die Demonstration war kurz nach 15.00 Uhr bei leichtem Nieselregen am Christian-Broda-Platz vor dem Westbahnhof gestartet. Als die Demospitze bereits zum Ring kam, setzten sich die letzten Teilnehmer am Westbahnhof erst in Bewegung. Mit einem Lichtermeer am Heldenplatz endete die Kundgebung am frühen Abend friedlich.

„Omas“ vor Schwarzem Block

Organisiert wurde die Demonstration von der Plattform für eine menschliche Asylpolitik, der Offensive gegen Rechts und der Plattform Radikale Linke. Gemeinsam werfen die Veranstalter der neuen Regierung aus ÖVP und FPÖ rassistische und rechtsextreme Tendenzen vor. Auch Flüchtlingsinitiativen sowie zahlreiche Schüler und Studenten waren vertreten.

Friedlicher Protest bei nasskaltem Wetter

In Wien gingen Regierungsgegner auf die Straße. Auf dem Heldenplatz endete die Kundgebung ohne größere Zwischenfälle.

Unmittelbar vor dem Schwarzen Block marschierte die Gruppe „Omas gegen Rechts“, darunter die frühere ORF-Korrespondentin Susanne Scholl. Sie sprach vom Ableben der letzten Zeitzeugen des Nationalsozialismus. Es sei nun die Pflicht der nachfolgenden Generation, dass die Lehren aus der Geschichte nicht vergessen werden.

Demonstrationin Wien

APA/Hans Punz

„Omas gegen Rechts“ marschierten vor dem Schwarzen Block

Die Demonstranten skandierten immer wieder „Hoch die internationale Solidarität“ und forderten den Rücktritt von FPÖ-Innenminister Herbert Kickl. Im Zuge der Veranstaltung wurde auch eine Grußbotschaft von Daniela Kickl verlesen. Darin kritisierte die Cousine des Innenministers „billige Sprüche“ der Regierung. Man solle „nicht dulden, dass der kleine Mann noch kleiner gemacht wird“.

Demonstrationin Wien

APA/Hans Punz

Studenten protestierten für freien Bildungszugang

Bei der Schlusskundgebung am Heldenplatz sprach sich der sozialdemokratische Gewerkschafter Axel Magnus „gegen den erzreaktionären Umbau unserer Gesellschaft“ aus. Magnus bezeichnete die geplante Wirtschaftspolitik von ÖVP und FPÖ als „Frontalangriff gegen die Arbeiterinnenklasse“. Michael Genner von der Plattform für eine menschliche Asylpolitik gab sich kämpferisch: „Dieses unser Land wird nicht von den neuen Faschisten erobert werden.“

Wie bei der ersten Auflage einer ÖVP-FPÖ-Regierung im Februar 2000 skandierten die Demonstranten auch jetzt am Heldenplatz „Widerstand“. Als der Demonstrationszug beim Heldenplatz ankam, zogen erste Teilnehmer wieder ab. Dabei kam es zu einigen Verkehrsbehinderungen auf dem Ring.

Links: