Krisentreffen zu Protesten in Tunesien

Tunesiens Präsident Beji Caid Essebsi hat heute mit Vertretern von Parteien, Gewerkschaften und Arbeitgebern über die jüngsten Proteste in dem nordafrikanischen Land beraten. Nach dem zweistündigen Treffen im Präsidentenpalast in Tunis wurden keine Entscheidungen mitgeteilt. „Wir haben über die generelle Lage im Land gesprochen und über Reformen, besonders im sozioökonomischen Bereich, die verabschiedet werden müssen, um die gegenwärtigen Probleme zu überwinden“, sagte der Chef des Arbeitgeberverbands Utica, Wided Bouchamaoui.

Im Zuge der Proteste gegen Preiserhöhungen und Sparmaßnahmen der Regierung, die am 7. Januar begonnen hatten, wurden nach Angaben des Innenministeriums insgesamt 803 Menschen festgenommen. 97 Sicherheitskräfte seien bei gewalttätigen Zusammenstößen mit Demonstranten verletzt worden, hieß es weiter. Zahlen zu verletzten Demonstranten gab es nicht. Mindestens ein Demonstrant starb bei den Protesten.

In den vergangenen Tagen waren die Proteste abgeflaut. Die mächtige Gewerkschaft UGTT und die linke Oppositionspartei Volksfront riefen aber zu weiteren Kundgebungen auf. An diesem Tag jährt sich der Sturz des langjährigen Staatschefs Zine El Abidine Ben Ali im Zuge des Arabischen Frühlings zum siebten Mal.