Tunesien: Mehr Geld für Soziales nach Protesten

In Tunesien hat die Regierung nach teils gewaltsamen Protesten gegen die Erhöhung von Steuern und Preisen mehr Hilfen für Bedürftige angekündigt. Insgesamt sollten die Hilfsprogramme um umgerechnet rund 60 Millionen Euro aufgestockt werden, sagte Sozialminister Mohammed Trabelsi gestern. Das betreffe rund 250.000 Familien.

Präsident besucht armen Stadtteil

Präsident Beji Caid Essebsi wird nach Angaben der Behörden heute erstmals überhaupt den von Armen bewohnten Stadtteil Ettadhamen in der Hauptstadt Tunis besuchen, wo er eine Rede halten und ein Kulturzentrum eröffnen soll.

Tunesien galt lange als Musterbeispiel des demokratischen Wandels. Viele Tunesier machen aber ihrer Enttäuschung über wachsende wirtschaftliche Probleme Luft. Die teils gewaltsamen Proteste hatten sich zuletzt im ganzen Land ausgebreitet, als ein Demonstrant getötet wurde.

Die Regierung setzte die Armee in Marsch, um den Aufruhr unter Kontrolle zu bekommen. Insgesamt wurden rund 800 Demonstranten in Gewahrsam genommen.