Verhandlungen über Alitalia-Verkauf verzögern sich

Die Verhandlungen für den Verkauf der italienische Krisenairline Alitalia verzögern sich. Die italienische Regierung will prüfen, ob es weitere Interessenten neben der AUA-Mutter Lufthansa, dem BAWAG-Großaktionär Cerberus und easyJet gibt, berichteten italienische Medien heute.

Air France-KLM dementierte zwar gestern, ein Angebot für Alitalia eingereicht zu haben. Das Interesse der französisch-niederländischen Airline sei jedoch vorhanden, verlautete aus Regierungskreisen. Auch Delta Airlines, Partner der Alitalia im Rahmen der Luftfahrtallianz Sky, hegt angeblich Interesse für die Airline. Der Verkauf der Alitalia sollte nach Regierungsangaben am 30. April abgeschlossen werden.

Treffen mit Sonderverwalter

Der italienische Industrieminister Carlo Calenda trifft morgen die drei Sonderverwalter Alitalias, um über die nächsten Schritte zu beraten. Als Favorit im Rennen um die Alitalia gilt nach wie vor Lufthansa. Die italienische Regierung befürchtet jedoch, dass sich die Forderung der deutschen Airline nach starken Personalkürzungen negativ auf die Wahlkampfdebatte in Hinblick auf die Parlamentswahlen am 4. März auswirken würde.

Die Demokratische Partei (PD) um Premier Paolo Gentiloni befürchtet Stimmenverluste, sollte der Verkauf der Alitalia mit starkem Jobabbau verbunden werden.

Alitalia mit insgesamt rund 11.000 Mitarbeitern schreibt seit Jahren Verluste. Die Airline war im Mai unter kommissarische Aufsicht gestellt worden, nachdem ein Sanierungsplan gescheitert war, der Lohnkürzungen und Stellenstreichungen vorsah.