Experte: Israels Geheimdienste ließen Tausende töten

Die israelischen Geheimdienste haben nach Recherchen eines israelischen Experten mehrere tausend Menschen getötet. „Alles in allem reden wir über mindestens 3.000, darunter nicht nur die Zielpersonen, sondern auch viele Unschuldige, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren“, zitiert das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe den Journalisten und Buchautor Ronen Bergman.

Allein während der zweiten Intifada gab es laut Bergman Tage, an denen vier bis fünf „gezielte Tötungen“ angeordnet worden seien, in der Regel gegen Mitglieder der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas. Bergman veröffentlicht nächste Woche ein neues Buch „Der Schattenkrieg. Israel und die geheimen Tötungskommandos des Mossad. Ein SPIEGEL-Buch“.

„Institut für Aufklärung und besondere Aufgaben“

Bergman hat nach eigener Aussage für seine Recherchen mit rund 1.000 Menschen gesprochen, unter ihnen sechs frühere Mossad-Chefs und sechs israelische Ministerpräsidenten, wie Ehud Barak und Ehud Olmert, aber auch mit dem amtierenden Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Das Buch erzählt weitgehend chronologisch die Entwicklung des israelischen Geheimdienstes bis zum Herbst 2017. Dabei beschreibt Bergman die Missionen des Auslandsgeheimdienstes Mossad und die politischen Entscheidungsprozesse dahinter. Offiziell heißt der Mossad „Institut für Aufklärung und besondere Aufgaben“.