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Erneut herbe Verluste

Auf dem US-Aktienmarkt ist es zu einem erneuten Ausverkauf gekommen. Erstmals seit November schloss der Dow Jones Industrial unter 24.000 Punkten. Letztlich ging er am Donnerstag mit einem Abschlag von 4,15 Prozent oder mehr als 1.000 Punkten bei 23.860,45 Zählern aus dem Handel.

Nach einem schwächeren Start kam der US-Leitindex zunächst langsam und gegen Handelsschluss dann immer heftiger ins Rutschen. Nur knapp hielt er sich letztlich über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief.

Börse Tokio schließt mit deutlichen Verlusten

Der erneute Einbruch an den US-Börsen ließ in der Folge auch den Tokioter Aktienmarkt in die Verlustzone gehen. Der Nikkei-225-Index schloss mit minus 508,24 Punkten oder 2,32 Prozent bei 21.382,62 Zählern. Insgesamt gab der japanische Leitindex auf die Woche gesehen mehr als fünf Prozent ab. Seit Anfang des Jahres verlor der Nikkei gar mehr als sechs Prozent.

Am Freitag starteten auch die Märkte in China und Hongkong schwach in den Handel. Der Schanghaier Composite Index lag eine halbe Stunde nach Handelsstart rund vier Prozent im Minus bei 3.129 Punkten. Deutlich fielen auch die Abschläge in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong aus, wo der Leitindex Hang Seng zum Handelsstart um rund 3,5 Prozent auf 29.361 Punkte absackte.

Anleihen gestiegen

Auch andere Indizes verloren zuvor deutlich an Wert. Der breit gefasste S&P 500 sank um 3,75 Prozent auf 2581,00 Punkte. Der technologielastige NASDAQ 100 büßte 4,19 Prozent auf 6.306,10 Zähler ein. Auf dem Anleihemarkt stiegen hingegen die Renditen der richtungweisenden zehnjährigen Staatsanleihen weiter auf 2,85 Prozent. „Die Angst vor steigenden Zinsen hält die Börsen weiterhin im Würgegriff“, kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners die zweite heftige Talfahrt an der Wall Street in dieser Woche.

Zu Wochenbeginn war der US-Leitindex bereits um 4,60 Prozent eingebrochen, zeitweise sogar um sechs Prozent oder fast 1.600 Punkte. Einen Tag nach dem Kurssturz hatte sich der Dow Jones wieder etwas gefangen und um 2,3 Prozent zugelegt. Am Mittwoch verzeichnete er dann einen nur leichten Verlust von 0,1 Prozent, bevor sich die Talfahrt am Donnerstag erneut beschleunigte. Nun büßte der Dow Jones Industrial insgesamt schon rund zehn Prozent seit seinem letzten Rekordhoch Ende Jänner ein.

Korrektur oder Delle?

Die Anleger rätseln, ob die heftigen Ausschläge in dieser Woche der Beginn einer größeren Korrektur sind oder nur eine Delle in der seit nunmehr neun Jahren andauernden Rallye. Der über zehnprozentige Verlust des Dow seit seinem Höchsttand Ende Jänner deutete auf eine Korrektur hin. Auch Anlageexperte Jonathan Corpina vom Finanzhaus Meridian Equity Partners sagte, er rechne mit einer Fortsetzung der Talfahrt in den nächsten Tagen. „Der Staub hat sich noch nicht gelegt.“

Die Entwicklung dürfte die europäischen Anleger mit Blick auf Freitag beunruhigen: Selbst als sich die Verluste in den USA noch in Grenzen hielten, brockte die Wall Street DAX und EuroStoxx50 die größten Tagesverluste seit eineinhalb Jahren ein.

US-Präsident Donald Trump gab sich dagegen gelassen. Sein Sprecher Raj Shah sagte vor Journalisten, der Präsident sei auf die langfristige Grundlage der Wirtschaft fokussiert. Diese schätze Trump als stark ein. Trump hatte die immer neuen Rekordstände an der Wall Street in den vergangenen Wochen auch auf seine Politik zurückgeführt.

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