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„Hätten es besser machen können“

Das Weiße Haus hat nach dem Rücktritt eines engen Mitarbeiters von US-Präsident Donald Trump wegen Anschuldigungen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt Versäumnisse eingeräumt. „Viele von uns hätten es besser machen können“, sagte der stellvertretende Pressesprecher Raj Shah am Donnerstag.

Trumps Stabssekretär Rob Porter war am Mittwoch zurückgetreten. Die Vorwürfe seiner beiden Ex-Frauen, sie physisch und psychisch misshandelt zu haben, wies er als falsch zurück. Seine erste Frau sagte diese Woche der britischen „Daily Mail“, er habe sie während ihrer fünfjährigen Ehe wiederholt geschlagen und gewürgt.

Die Anschuldigungen gegen Porter warfen die Frage nach einem möglichen Versagen der US-Bundespolizei FBI bei seiner Sicherheitsüberprüfung im Vorfeld seines Amtsantritts auf. Auch Fragen nach dem Umgang des Weißen Hauses mit sozialem Fehlverhalten wurden laut.

Sprecher will keine Angaben zu Involvierung machen

Shah wollte nicht näher auf Fragen eingehen, wann und wie Trumps Stabschef John Kelly von den Vorwürfen gegen Porter erfahren habe. Kelly sei sich „dieser Vorwürfe gestern voll bewusst geworden“, sagte der Sprecher. Nähere Angaben darüber, „wer was gewusst haben könnte“, werde er nicht machen. Shahs Angaben widersprechen damit unmittelbar Medienberichten, wonach Kelly seit Monaten von den Vorwürfen gegen Porter gewusst habe.

Der Sprecher wollte auch keine näheren Angaben zur möglichen Rolle von Trumps Kommunikationsdirektorin Hope Hicks bei der Reaktion des Weißen Hauses auf den Skandal machen. Der Sender CNN berichtete, beim Abfassen seines Statements habe ihm Hicks geholfen. Medien zufolge ging Hicks mit Porter aus.

Shah sagte, die Vorwürfe an Porters Adresse seien schockierend und sehr verstörend. Es sei aber auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass Porter sie wiederholt abgestritten habe. Präsident Trump sei „sehr betrübt“ gewesen, als er am Mittwoch von den viele Jahre zurückliegenden Vorwürfen gegen Porter erfahren habe, so Shah. Einem Bericht der „Vanity Fair“ zufolge soll sich Trump stocksauer darüber gezeigt haben, dass er von Kelly nicht in vollem Umfang über die Vorwürfe gegen Porter unterrichtet worden sei.

Würdigung nur wenige Stunden vor Rücktritt

Das Weiße Haus hatte Porter noch wenige Stunden vor seinem Rücktritt als aufrechten und wichtigen Mitarbeiter gewürdigt. Trump und sein Stabschef Kelly hätten volles Vertrauen in dessen Fähigkeiten und seine Arbeit, hatte Pressesprecherin Sarah Sanders gesagt.

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