Israel-Abgeordneter kündigt Gespräche mit FPÖ an

Der rechtsgerichtete israelischer Parlamentarier Jehuda Glick trifft nach eigenen Angaben kommende Woche mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl zusammen. Das bestätigte ein Sprecher des Knesset-Parlamentariers der Nachrichtenagentur AFP heute.

Glick, Mitglied der Likud-Partei des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu, setzt sich damit über dessen Anweisung vom Dezember hinweg. Israel wollte zwar mit der Regierung in Wien als Ganzes zusammenarbeiten. „Bis auf Weiteres“ sollte es jedoch keine direkten Kontakte zu Regierungsmitgliedern der FPÖ geben. Glicks Sprecher nannte kein Datum für die Unterredungen in Wien. Israels staatlicher Rundfunk berichtete unter Berufung auf Glicks Umfeld, die Regierung habe der Initiative zugestimmt.

Strache besuchte Israel 2016

Die israelische Regierung hatte ihren Botschafter im Jahr 2000 aus Wien abgezogen, um damit gegen die damalige Regierungsbeteiligung der FPÖ zu protestieren. 2003 beschloss die damalige israelische Regierung, die Beziehungen zu Österreich zu normalisieren. Strache besuchte bereits mehrmals Israel. Zuletzt traf er dort im April 2016 Mitglieder von Netanjahus Regierung.

Israel linksgerichtete Meretz-Partei verurteilte die von Glick geplanten Treffen in Wien. „Der Rassismus und der Hass auf Muslime bringen den Likud dazu, Antisemiten reinzuwaschen“, erklärte sie. Es sei „unglaublich“, dass die in Israel regierende Partei derart handle.