Tote bei türkischen Luftangriffen auf Kurden in Syrien

Türkische Kampfflugzeuge haben nach Angaben der Armee Stellungen der Kurdenmiliz YPG in Syrien angegriffen. Bei den Einsätzen in der Region Afrin seien Waffenlager, Bunker und Stellungen der Miliz zerstört worden, teilten die Streitkräfte gestern mit. Nach Erkenntnissen der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien wurden bei den Bombardements sieben YPG-Kämpfer und zwei Zivilisten getötet.

Nach einem Bericht der Zeitung „Hürriyet“ hatte die Türkei ihre Luftangriffe unterbrochen, nachdem ein russisches Kampfflugzeug am Samstag in der syrischen Provinz Idlib von Rebellen abgeschossen worden war. Die Türkei betrachtet die YPG als Schwesterorganisation der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) und rückt seit Jänner mit Luftangriffen und Bodentruppen gegen die Gruppe vor.

Kurdenvertreterin: Flucht als Folge

Der Kurdenvertreterin Hevi Mustafa zufolge kamen bei der Offensive in Afrin bisher 160 Menschen ums Leben, darunter 26 Kinder. Rund 60.000 Menschen seien in die Flucht getrieben worden, sagte sie vor Journalisten. Das habe eine Flüchtlingskrise ausgelöst, weil so viele Menschen in der Region nicht angemessen betreut werden könnten.

Die Türkei hatte mit ihrer Offensive in Afrin eine weitere Front in dem Syrien-Konflikt eröffnet. In dem seit fast acht Jahren andauernden Bürgerkrieg haben die Truppen von Präsident Baschar al-Assad mit Hilfe ihrer russischen und iranischen Verbündeten zwar klar die Oberhand gewonnen. Doch in den verbliebenen Rückzugsorten der Aufständischen kommt es immer wieder zu Kämpfen und Luftangriffen.