Stabschef von US-Präsident Trump unter Druck

Nach dem Rücktritt eines engen Mitarbeiters von US-Präsident Donald Trump wegen Anschuldigungen der häuslichen Gewalt steht der Stabschef im Weißen Haus, John Kelly, unter wachsendem Druck. Kelly wird von US-Medien und auch aus der Opposition verdächtigt, die Vorwürfe gegen seinen Mitarbeiter Rob Porter nicht ernst genug genommen zu haben.

Bereits FBI bekannt?

Porter wird von seinen beiden früheren Ehefrauen beschuldigt, sie misshandelt zu haben. Er hatte deshalb am Mittwoch seinen Rücktritt erklärt, bezeichnete die Anschuldigungen jedoch als „falsch“ und als „koordinierte Schmierkampagne“.

Laut dem Onlinemagazin The Intercept hatte die Bundespolizei FBI bei dem Sicherheitscheck vor Porters Amtsantritt auch dessen Ex-Frauen befragt, die dabei die Misshandlungsvorwürfe vorbrachten. Porter war als Stabssekretär dafür zuständig, die Papierflut im Weißen Haus zu sichten und dem Präsidenten Dokumente zuzuleiten.

Trump: „Sehr gute Arbeit“ von Porter

Trump selbst sagte gestern, er habe von den Gewaltvorwürfen gegen Porter erst „kürzlich“ erfahren. Auf Kellys Rolle ging er nicht ein. Stattdessen lobte er Porter für dessen „sehr gute Arbeit“ und sagte ihm eine „große Karriere“ voraus. Zugleich verwies der Präsident auf Porters Unschuldsbeteuerung. Dieser mache eine „harte Zeit“ durch. „Wir wünschen ihm alles Gute“, sagte Trump.

Kelly verteidigte noch kurz vor Porters Rücktrittserklärung seinen Mitarbeiter als Mann von „wahrer Integrität und Ehre“. Wenig später schob er eine zweite Erklärung nach, in der er sich „schockiert“ über die Vorwürfe zeigte. Es gebe „keinen Platz für häusliche Gewalt in unserer Gesellschaft“. Die „New York Times“ berichtet, dass Kelly mittlerweile auch bereit wäre, in der Affäre zurückzutreten.