Medien: Wechsel an SPD-Spitze schon am Dienstag

Der Wechsel von Martin Schulz zu Andrea Nahles an der SPD-Parteispitze in Deutschland wird einem Zeitungsbericht zufolge schneller gehen als bisher bekannt. Bereits am Dienstag solle Fraktionschefin Nahles vom Präsidium auch zur kommissarischen Vorsitzenden ernannt werden, berichtet die „Bild am Sonntag“ ohne Nennung von Quellen.

Schulz werde auch keine Rolle mehr beim Werben für den Koalitionsvertrag an der Parteibasis spielen. Die SPD-Pressestelle bestätigte die Sitzung am Dienstag. „Dort wird das weitere Vorgehen beraten“, sagte eine Sprecherin. Zum Personalwechsel direkt wollte sie sich nicht äußern. Die SPD-Mitglieder sollen in den nächsten Wochen darüber entscheiden, ob die Partei erneut in eine Große Koalition mit der Union eintritt.

Ruf nach direktem Mitgliedervotum

Inzwischen wird aus der SPD gefordert, über den Parteivorsitz ebenfalls direkt von den Mitgliedern entscheiden zu lassen. Eine solche Urwahl hatte unter anderem Familienministerin Katarina Barley unterstützt und wurde von weiteren Bundestags- und Landtagsabgeordneten gefordert. Auch die Parteilinke Hilde Mattheis unterstützte das im „Tagesspiegel am Sonntag“: „Es kann nicht sein, dass der SPD-Vorsitz quasi unter der Hand vergeben und die Partei vor vollendete Tatsachen gestellt wird.“

Umfrage: Mehrheit für SPD-Zustimmung zu Koalition

Eine Mehrheit der Deutschen wünscht sich unterdessen einer Umfrage zufolge eine Zustimmung der SPD-Mitglieder zur Großen Koalition. 57 Prozent der Befragten sagten, dass die SPD-Mitglieder für die Große Koalition stimmen sollten, wie eine Emnid-Umfrage für „Bild am Sonntag“ ergab. Unter den Anhängern der SPD waren es sogar 84 Prozent. Auch 87 Prozent der Unionsanhänger sprachen sich für eine Zustimmung aus. Eine Ablehnung wünschten sich insgesamt 38 Prozent.