Millionen für zerstörte Graffiti in New York

Ein Bezirksrichter in New York City hat Graffitikünstlern eine Summe von 6,7 Millionen Dollar (5,4 Mio. Euro) als Schadenersatz für Spraybilder auf heruntergekommenen Lagerhäusern zugesprochen.

Der Richter in Brooklyn gab den Künstlern, die die Klage eingereicht hatten, recht und erkannte, dass 45 der 49 Bilder von einem Immobilienentwickler „fälschlicherweise und absichtlich“ zerstört wurden, um an der Stelle Hochäuser mit Luxusapartments zu errichten.

21 Graffitikünstler hatten den Besitzer des Grundstücks geklagt. Kunstwerke wie „5Pointz“ sind unter dem US-Gesetz „Visual Rights Act“ geschützt. Das Gesetz aus dem Jahr 1990 schützt die Rechte von Künstlerinnen und Künstlern, selbst wenn jemand anderer das physische Kunstwerk besitzt. Bevor sie verschwanden, wurden die Wandgemälde zu einer Touristenattraktion, die täglich Tausende anzog.

Gentrifizierung von Brooklyn

Dem Urteil war im November des Vorjahrs ein dreiwöchiger Prozess vorausgegangen. Das Verfahren ist in Zusammenhang mit der dramatisch voranschreitenden Gentrifizierung des Stadtteils Brooklyn zu sehen. Die Künstler hatten einst gehofft, die Immobilie kaufen zu können, bevor ihr Wert auf über 200 Mio. Dollar stieg.

Der Besitzer dagegen räumte zwar ein, den Künstlern den Gebrauch der Gebäudewände erlaubt zu haben. Es sei aber immer klar gewesen, dass die Gebäude eines Tages abgerissen werden würden.