Erdogan warnt vor Erdgasförderung vor Zypern

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat internationale Ölfirmen davor gewarnt, sich an der Erdgasförderung vor der Küste Zyperns zu beteiligen. „Glaubt nicht, dass die opportunistischen Versuche, vor der Küste Zyperns nach Erdgas zu suchen, unserer Aufmerksamkeit entgehen“, sagte Erdogan heute in einer Rede in Ankara.

„Wir warnen alle, die in Zypern die Grenzen überschreiten, vor Fehlkalkulationen“, hieß es weiter. Zypern ist geteilt, seitdem die türkische Armee 1974 in Reaktion auf einen von der griechischen Militärjunta unterstützten Putsch den Nordteil der Insel besetzt hat.

Seit Langem Streit um Erdgasförderung

Die Türkische Republik Nordzypern wird bis heute nur von der Türkei anerkannt, aus Sicht der Staatengemeinschaft umfasst die Republik Zypern das gesamte Gebiet der Insel. Die Erdgasförderung vor der Küste sorgt seit Langem für Streit mit Ankara.

Vergangene Woche stoppte die türkische Marine ein Schiff des italienischen Ölkonzerns ENI, das vor der Küste nach Gas suchen wollte. Laut ENI war es auf dem Weg in ein Gebiet, das Teil der exklusiven Wirtschaftszone Zyperns ist. EU-Ratspräsident Donald Tusk rief die Türkei nach einem Telefonat mit Zyperns Präsident Nicos Anastasiades gestern auf, „Drohungen gegen ein EU-Mitglied zu vermeiden“.