Prozess gegen 17-jährige Palästinenserin Tamimi vertagt

Der Prozess gegen die 17-jährige Palästinenserin Ahed Tamimi vor einem israelischen Militärgericht wegen Angriffen auf israelische Soldaten ist nach wenigen Stunden vertagt worden. Nächster Verhandlungstermin ist der 11. März.

Tamimis Anwältin Gabi Laski sagte, sie habe die Einstellung des Verfahrens beantragt, weil Israels Justiz im besetzten Westjordanland keine rechtliche Befugnis habe. Die Staatsanwaltschaft bat daraufhin um mehr Zeit für eine Antwort, weshalb die Verhandlung vertagt wurde.

Laski sagte außerdem, sie werde erneut die Zulassung der Öffentlichkeit beantragen. Der Richter ordnete zum Prozessauftakt den Ausschluss der Öffentlichkeit einschließlich von Journalisten an. Zur Begründung sagte er, ein öffentliches Verfahren sei nicht im Sinn der minderjährigen Angeklagten.

Ikone für viele Palästinenser

Tamimi war im Dezember festgenommen worden, nachdem sie in ihrem Dorf Nabi Saleh im besetzten Westjordanland zwei israelische Soldaten attackiert hatte. Ein im Internet verbreitetes Video zeigt unter anderem, wie sie einem der schwer bewaffneten Soldaten eine Ohrfeige verpasst. Kurz zuvor hatte sie erfahren, dass ihr 15-jähriger Cousin Mohammed von den Besatzungskräften einen Schuss in den Kopf erhalten hatte.

Ahed Tamimi gilt inzwischen vielen Palästinensern als eine Ikone im Kampf gegen die israelische Besatzung. Die Jugendliche wurde in den vergangenen Jahren mehrfach handgreiflich gegenüber israelischen Soldaten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr wegen mehrerer Attacken unter anderem wegen Aufwiegelung, Bedrohung und Körperverletzung vor.