Neuer Skandal für Italiens Protestpartei Fünf Sterne

Weniger als drei Wochen vor der Parlamentswahl in Italien gibt es einen neuen Skandal für die populistische Fünf-Sterne-Bewegung. Einigen Parlamentariern droht die Entfernung von den Wahllisten, weil sie Teile ihres Gehalts nicht an einen Fonds zur Unterstützung kleiner Unternehmen gezahlt haben sollen, wie es die Bewegung von ihren Abgeordneten verlangt.

1,4 Millionen Euro sollen fehlen, berichteten heute die Zeitungen „La Repubblica“ und „Corriere della Sera“. Die Partei bestätigte das nicht. Spitzenkandidat Luigi Di Maio schrieb aber auf Facebook: „Einige (...) haben unsere Regeln gebrochen und haben nicht alles gespendet, was sie sollten.“ Damit hätten sie die Prinzipien der Partei verraten und das Vertrauen der Mitglieder enttäuscht. „Deshalb werden wir sie aus der Bewegung werfen.“

Das TV-Programm „Le Iene“ von Silvio Berlusconis Mediengruppe Mediaset hatte über den Skandal zuerst berichtet. Erst vergangene Woche wurde die Bewegung beschuldigt, Teile ihres Wahlprogramms unter anderem bei Wikipedia abgeschrieben zu haben. Die Bewegung, die sich als Anti-Establishment-Kraft versteht, ist in Umfragen derzeit stärkste Einzelpartei für die Parlamentswahl.