Saakaschwili: Europa könnte Korruption in Ukraine beenden

Der aus der Ukraine nach Polen abgeschobene ehemalige georgische Präsident Michail Saakaschwili appelliert an Europa, sich stärker im Kampf gegen korrupte ukrainische Oligarchen und Politiker zu engagieren.

„Man muss ihnen deutlich machen, dass westliche Banken ihr Geld nicht mehr waschen werden, dass ihr Eigentum dort beschlagnahmt wird und dass sie im Westen nicht willkommen sind. Das wird die Veränderungen in der Ukraine beschleunigen“, sagte er in einem gestern veröffentlichten Interview der Deutschen Welle.

„Untergräbt Glaubwürdigkeit des Westens“

„Spielchen mit korrupten Oligarchen“ könnten zwar für bestimmte Finanzinstitute im Westen kurzfristig von Vorteil sein. „Aber letztlich untergräbt das die Glaubwürdigkeit des Westens in der Ukraine.“

Saakaschwili setzt nach eigenen Worten nun auch auf Demonstrationen, um Veränderungen in der Ukraine zu bewirken. Saakaschwili wird von der ukrainischen Justiz vorgeworfen, mit Geld aus dem Umfeld des 2014 gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch regierungskritische Proteste organisiert zu haben.

Saakaschwili war tags zuvor in Kiew festgenommen und mit einem Charterflug nach Warschau gebracht worden. Er warf der ukrainischen Führung um Präsident Petro Poroschenko vor, mit der Ausweisung alle juristischen Normen verletzt zu haben.