Olympiabewerbung: Sportminister Strache hat Bedenken

Sportminister Heinz-Christian Strache (FPÖ) kann sich prinzipiell für Olympische Winterspiele in Österreich erwärmen. Für eine Bewerbung Graz/Schladming 2026 müsse aber breite Unterstützung vorhanden sein, sagte er. Als Regionalpolitiker würde er das „so handhaben, dass ich die Bevölkerung mitnehme“, so Strache, der seine Zweifel anmeldete.

Grundsätzlich befürworte er österreichische Bewerbungen um bedeutende internationale Sportveranstaltungen, meinte der Vizekanzler. Er sorge sich allerdings um die Verankerung einer Olympiabewerbung in der Bevölkerung. „Das Wollen habe ich ja gehört, dass Schladming Interesse hat. Aber ich sage, das muss von den politischen Verantwortungsträgern gemeinsam mit der Bevölkerung getragen werden“, so Strache.

Ministerium evaluiert Bewerbung

Strache wolle aber den steirischen Kollegen keine Ratschläge geben, er sprach sich auch nicht klar für eine Befragung aus. Am Ende werde das Ministerium evaluieren, ob sich für den Bund das Investment einer Bewerbung lohnt.

Laut Strache würden Kosten von bis zu 15 Millionen Euro schlagend. „Wenn das nicht in der Region alleine mit den Austragungsstätten möglich ist, sondern man auch Wien, Klagenfurt und andere Orte benötigt, ist die Frage, ob man überhaupt eine Chance hat, am Ende den Zuschlag zu erhalten.“

Strache reist nach Südkorea

Die Olympiagegenwart heißt allerdings Südkorea, wo derzeit die 23. Winterspiele stattfinden. Der Vizekanzler reist morgen nach Pyeongchang, wo er sich einige Bewerbe ansehen wird. Den Riesentorlauf der Ski-Herren und die 500-Meter-Konkurrenz der Damen im Eisschnelllaufen mit Vanessa Herzog am Sonntag hat er fix eingeplant. „Es sind insgesamt, glaube ich, fünf Veranstaltungen, die sich ausgehen“, sagte er.

Dazu sind einige Arbeitsgespräche mit Präsidenten von heimischen Sportverbänden eingeplant. Strache wolle zudem mit den Sportministern Südkoreas und Chinas zusammentreffen. „Wir haben ja 2022 die Winterspiele in Peking. Das ist natürlich auch für Österreich interessant, wenn es dann um Sportindustrie oder auch Tourismus geht, da unsere Potenziale zu nützen“, kündigte er an.