Pariser Anschläge: Freispruch für Hauptangeklagten

Überraschende Wende im Prozess gegen drei mutmaßliche Komplizen der Pariser Attentäter vom November 2015: Der Hauptangeklagte Jawad Bendaoud ist gestern vom Strafgericht der französischen Hauptstadt freigesprochen worden. Bendaoud hatte den Islamisten eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Das Gericht sah aber keine Beweise dafür, dass er von den Anschlagsplänen gewusst habe.

Die Anklage hatte gegen Bendaoud vier Jahre Haft wegen Unterstützung der Anschläge mit 130 Toten gefordert. Zwei weitere Angeklagte wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Das Pariser Strafgericht verhängte die Höchststrafe von fünf Jahren gegen einen Mittelsmann, der den Islamisten dabei half, ein Versteck zu finden. Für vier Jahre ins Gefängnis muss ein Cousin von Abdelhamid Abaaoud, dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, der die Pläne nicht anzeigte.

Es ist der erste Prozess in Frankreich im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 13. November 2015 auf das Fußballstadion Stade de France, die Konzerthalle Bataclan und mehrere Restaurants und Bars in einem Pariser Ausgehviertel.