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„Wettbewerbsgedanke zweitrangig“

Nach Nathan Trent im Vorjahr geht auch heuer wieder ein junger Sänger für Österreich ins Song-Contest-Rennen. Cesar Sampson wurde schon Ende letzten Jahres von einem Expertenteam zum Kandidaten für den Bewerb in Lissabon ausgewählt - nun wurde auch sein Song präsentiert: eine eingängige R-’n’-B-Nummer mit dem Titel „Nobody but You“.

Idee und Erstversion des Songs stammen von Sampson und Sebastian Arman, zur Finalisierung holten sie die Unterstützung ihres Produzentenkollektivs Symphonix International. Gemeinsam besitzt das Team schon einiges an Song-Contest-Erfahrung, zeichnete es doch für mehrere Beiträge - unter anderem den bulgarischen zweiten Platz im Vorjahr („Beautiful Mess“) - verantwortlich. Auch Sampsons Stimme kennt man schon von der Song-Contest-Bühne, wo sie im Background-Chor von „Beautiful Mess“ und „If Love was a Crime“ (2016) zu hören war.

Österreichs Song-Contest-Beitrag 2018

Cesar Sampsons Song „Nobody but You“ wird sich am 8. Mai beim ersten Song-Contest-Semifinale mit der Konkurrenz aus 43 Ländern messen.

Aber auch abseits des Song Contest ist der 34-Jährige, der lange auch als Sozialarbeiter tätig war, in der österreichischen Musikszene kein Newcomer mehr. So arbeitete er unter anderem mit Kruder und Dorfmeister und war auch einer der Autoren für die Texte des Louie-Austen-Albums „What a Comeback“.

Über das Künstlerleben und die Liebe

„Nobody but You“ sei für ihn etwas wie ein Prelude zum Lieben an sich, hätten doch ein erfolgreiches Künstlerleben und eine glückliche Beziehung viele Parallelen: „Wein, Weib und Gesang sind nicht zufällig zusammen.“ Viel mehr lässt sich Sampson über den Inhalt der Nummer nicht entlocken. Er habe die erfreuliche Erfahrung gemacht, dass der Song sehr schnell unterschiedliche Assoziationen wecke, das wolle er nicht zerstören.

Sänger und Produzent Cesar Sampson

ORF/Mahir Jahmal

Sampson kennt den Song Contest als Backgroundsänger und Produzent, jetzt wird er erstmals im Rampenlicht stehen

„Für mich bedeutet dieser Auftritt ein Sichschließen eines riesigen Kreises – dass bis zum heutigen Tag kein Solorelease und kein Musikvideo von mir existiert, ist beileibe kein Zufall“, so Sampson. Er habe sich, was den Schritt in die Öffentlichkeit anlange, bewusst im Hintergrund gehalten. „Nobody but You“ beschreibe auch den Weg, den er als Künstler gegangen sei: „Was meine Gefühle zu diesem Song angeht: Sie sind wie vor dem Lüften eines Geheimnisses und gleichzeitig wie eine Schiffstaufe.“

„Ich lebe nicht nach Erwartungen“

Auf eine Prognose, wie er mit seinem Song abschneiden werde, wollte sich Sampson bei der Pressekonferenz am Donnerstag nicht einlassen - auch wenn es ihm an Selbstbewusstsein nicht mangelt. „Ich lebe nicht nach Erwartungen“, so die Antwort des gebürtigen Linzers, der den Auftritt in Portugal als seine „Weltpremiere als Künstler“ sieht. „Der Wettbewerbsgedanke ist für mich zweitrangig.“

Cesar Sampson bei Dreharbeiten in Portugal

ORF/Pascal Peterson

Schon im Februar ging es für Sampson zu Dreharbeiten nach Portugal

Anders sieht das ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm, der den heurigen Auswahlprozess als „so leicht wie nie“ bezeichnete. Es sei aber Magie, über eine Platzierung zu spekulieren. „Was wir uns natürlich erwarten, ist die Teilnahme am Finale.“ ORF-Song-Contest-Teamleiter Stefan Zechner erhofft sich deutlich mehr: „Wir wollen gewinnen - man geht nicht in einen Contest, um Dritter zu werden.“

„All Aboard!“ in Lissabon

Nach dem Sieg des Sängers Salvador Sobral, der im Vorjahr in Kiew mit der zarten Jazz-Ballade „Amar Pelos Dois“ („Liebe für zwei“) den ersten Sieg der Song-Contest-Geschichte für das Land errungen hatte, findet der Bewerb heuer in Lissabon statt. Unter dem Motto „All Aboard!“ („Alle an Bord!“) treten dabei insgesamt 43 Länder gegeneinander an. Der Startschuss fällt dabei am 8. Mai mit dem ersten Semifinale, dem sich am 10. Mai das zweite Halbfinale und am 12. Mai das große Finale anschließen.

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