AI: Myanmar baut Rohingya-Dörfer in Militäranlagen um

Auf dem Gelände ehemaliger muslimischer Dörfer in Myanmar baut die Armee nach Informationen von Amnesty International (AI) jetzt Militärstützpunkte. Die Menschenrechtsorganisation berichtete heute in Yangong, dass das Militär des südostasiatischen Landes dort jetzt neue Häuser, Grenzposten, Hubschrauberlandeplätze und anderen Anlagen errichte.

AI stützt sich dabei auf Aufnahmen, die Satellitenkameras aus dem Weltall gemacht haben. Aus Furcht vor dem Militär sind seit vergangenem Sommer etwa 700.000 Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya aus dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar geflüchtet.

Sie leben nun in Lagern im muslimischen Nachbarland Bangladesch. Viele lehnen eine Rückkehr in ihre Heimat, den Bundesstaat Rakhine, ab. Zahlreiche Dörfer dort wurden vom Militär dem Erdboden gleichgemacht. Die Vereinten Nationen sprechen von „ethnischer Säuberung“.

AI warf dem Militär vor, sich nun das Land der Muslime in einem „alarmierenden Tempo“ anzueignen. „Genau dieselben Sicherheitskräfte, die sich an Verbrechen gegen die Menschlichkeit den Rohingya gegenüber schuldig gemacht haben, bauen jetzt neue Militärbasen auf“, sagte Amnesty-Expertin Tirana Hassan. Ursprünglich hätte schon vor mehr als einem Monat die Rückkehr von Flüchtlingen aus Bangladesch beginnen sollen. Bisher wurde nichts daraus.