Putin löst mit Bemerkung über Juden Kritik aus

Der russische Präsident Wladimir Putin hat mit einer Bemerkung über Juden Kritik ausgelöst. Der Kreml-Chef hatte in einem Interview mit dem US-Sender NBC News gesagt, dass einige der 13 russischen Staatsangehörigen, die vor Kurzem im Zuge der Russland-Ermittlungen in den USA angeklagt wurden, vielleicht gar keine Russen seien. Möglicherweise handle es sich um „Ukrainer, Tataren oder Juden, nur mit russischer Staatsbürgerschaft“.

Die US-Bürgerrechtsorganisation ADL erklärte, es sei zutiefst beunruhigend, dass der russische Präsident klassische antisemitische Stereotype belebe, die Russland seit Hunderten von Jahren plagten. „Wir leben in einer Zeit, in der antisemitische Gewalt zunimmt und Worte tiefgreifende Konsequenzen haben können, besonders wenn sie von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens oder gewählten Repräsentanten wie Präsident Putin kommen“, hieß es in einer Stellungnahme des ADL-Vorsitzenden Jonathan Greenblatt.

Gemahnen an Weisen von Zion

Das American Jewish Committee schrieb auf Twitter, Putins Bemerkungen erinnerten auf unheimliche Weise an die Protokolle der Weisen von Zion. Diese antisemitischen Pamphlete waren Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals im Russischen Kaiserreich erschienen und dienen Antisemiten für Theorien über eine angebliche jüdische Verschwörung.

US-Sonderermittler Robert Mueller hatte Mitte Februar 13 Russen angeklagt. Sie sollen versucht haben, dem politischen System der USA während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 zu schaden.

Putin wies in dem NBC-Interview eine Verbindung mit seiner Regierung zurück. Man müsse überprüfen, wer die Angeklagten seien. „Vielleicht haben sie eine doppelte Staatsbürgerschaft oder eine Green Card, vielleicht waren es die USA, die sie dafür bezahlt haben.“ Putin hat immer auf ein gutes Verhältnis zur jüdischen Gemeinschaft in Russland wie auch zu Israel geachtet. Allerdings sind antisemitische Sichtweisen in der russischen Bevölkerung weit verbreitet, auch befeuert durch die orthodoxe Kirche.