Anschlag auf palästinensischen Ministerpräsidenten

Ein Sprengsatz ist heute neben einem Konvoi des palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah detoniert. Es gebe keine Berichte von Verletzten. Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Maan sollen dagegen sieben Menschen verletzt worden sein.

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Die Explosion habe sich im nördlichen Gazastreifen ereignet, teilte das von der radikalislamischen Hamas geführte Innenministerium in Gaza mit

Abbas beschuldigt Hamas

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sehe die Hamas als verantwortlich für den Vorfall, hieß es in palästinensischen Medien. Hamas sei dafür verantwortlich, dass Hamdallahs Wagenkolonne bei der Einfahrt in den Gazastreifen „feige“ ins Visier genommen worden sei.

In der von der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa verbreiteten Erklärung wird die Hamas indes nicht direkt beschuldigt, selbst hinter dem mutmaßlichen Anschlag zu stecken. Abbas’ Sprecher sagte: „Der Angriff auf den Konvoi ist ein Angriff auf die Einheit des palästinensischen Volkes.“ Nach Medienberichten befand sich auch der Geheimdienstchef Madschid Faradsch bei Hamdallah.

Annäherung der beiden Gruppen

Die Hamas verurteilte den Angriff. Das sei ein Versuch, den Versöhnungsprozess zwischen Hamas und Fatah zu untergraben und die Sicherheitslage in Gaza zu destabilisieren, schrieb die Organisation auf Twitter. Die Hamas kritisierte Abbas dafür, sie für den Vorfall verantwortlich zu sehen. Mehrere Verdächtige seien festgenommen worden.

Die Hamas hatte 2007 die alleinige Macht im Gazastreifen an sich gerissen. Die EU, die USA und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Die Fatah-Partei von Abbas und die Hamas hatten nach mehr als zehn Jahren Streit am 12. Oktober in Kairo ein Versöhnungsabkommen vereinbart. Ziel ist eine einheitliche Herrschaft im Gazastreifen und im Westjordanland. Der Prozess läuft bisher aber sehr schleppend.