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Mitteilung per Twitter

US-Präsident Donald Trump hat seinen Außenminister Rex Tillerson entlassen. Tillersons Nachfolger soll der bisherige CIA-Direktor Mike Pompeo werden. Das teilte Trump am Dienstag via Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Pompeo „wird einen fantastischen Job machen“, schrieb Trump auf Twitter. Zugleich dankte er Tillerson für dessen Arbeit. Nachfolgerin von Pompeo an der Spitze der CIA werde Pompeos bisherige Stellvertreterin Gina Haspel werden, so der US-Präsident. Sie wird somit als erste Frau an der Spitze des US-Auslandsgeheimdienstes stehen.

Im vergangenen Jahr hatte es immer wieder Spekulationen über einen Rücktritt Tillersons gegeben. Der 65-Jährige dementierte das aber stets. Tillerson hatte regelmäßig Positionen vertreten, die sich von denen Trumps unterschieden, etwa was den Konflikt mit Nordkorea angeht. Der Präsident hatte seinen Minister wiederholt öffentlich brüskiert und damit den Eindruck erweckt, dass er gezielt an Tillersons Demontage arbeite.

Tillerson drohte Moskau

Noch am Montag hatte Tillerson in seiner Funktion als US-Außenminister Russland als „wahrscheinlich verantwortlich“ für den Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia in Großbritannien bezeichnet. Den Verantwortlichen, „sowohl denen, die das Verbrechen begangen haben, als auch denen, die es in Auftrag gegeben haben“, müssten „angemessene, ernsthafte Konsequenzen“ drohen, sagte Tillerson. Kurz zuvor hatte das Weiße Haus es noch abgelehnt, sich dieser Lesart anzuschließen.

Ehemaliger US-Außenminister Rex Tillerson

APA/AFP/Pius Utomi Ekpei

Tillerson war oftmals anderer Meinung als Trump

Ob die jüngsten Äußerungen Tillersons in irgendeinem Zusammenhang mit seiner Abberufung stehen, ist offen. Trump schloss sich am Dienstag zumindest weitgehend der Einschätzung Tillersons an. „Für mich sieht es danach aus, dass es Russland gewesen sein könnte“, sagte Trump in Washington mit Blick auf die bisher vorliegenden „Beweise“.

Staatssekretär: Tillerson wollte bleiben

Die Umstände von Tillersons Entlassung deuteten jedenfalls auf ein tiefes Zerwürfnis hin. „Wir hatten Meinungsunterschiede“, sagte Trump. „Unsere Denkweise ist nicht wirklich die gleiche.“ Als einen der Streitpunkte nannte Trump das Atomabkommen mit dem Iran. „Ich finde es schrecklich, er fand es okay“, sagte Trump. „Ich wollte es entweder platzen lassen oder irgendetwas tun, er hat das etwas anders gesehen.“ Trump sagte, er sei mit Tillerson seit „einiger Zeit“ im Gespräch über dessen Zukunft gewesen.

Im US-Außenministerium hieß es, die Entlassung sei gegen Tillersons Willen erfolgt. „Der Minister hatte die Absicht, wegen der greifbaren Fortschritte in wichtigen Fragen der nationalen Sicherheit im Amt zu bleiben“, sagte der hochrangige Ministeriumsvertreter Steve Goldstein. Der Präsident und Tillerson hätten in der Früh nicht miteinander gesprochen, und der scheidende Minister kenne nicht die Gründe für seine Ablösung.

Neuaufstellung vor Treffen mit Kim?

In Washington wird gemutmaßt, dass Tillersons Ablösung in Zusammenhang mit Trumps Plan für ein Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un stehe. Vor dem Treffen habe der Präsident seine Mannschaft neu aufstellen wollen, verlautete aus US-Regierungskreisen. Ein hochrangiger Vertreter des US-Präsidialamtes sagte, Trump habe Tillerson bereits am Freitag zum Rücktritt aufgefordert, habe das aber nicht verkünden wollen, solange Tillerson auf einer Dienstreise in Afrika gewesen sei.

Trumps spektakuläre Kehrtwende in der Nordkorea-Politik erfolgte vergangene Woche wohl auch ohne Einbindung des Außenministers: Erst am Donnerstag hatte Tillerson gesagt, bis zu direkten Gespächen mit Nordkorea sei es noch „ein langer Weg“ - wenige Stunden später nahm Trump eine Einladung Kims zu einem Gipfel an. Nach dieser Brüskierung sagte Tillerson seine weiteren Termine ab. Als Grund gab er „Unwohlsein“ an.

Anhänger der „Tea-Party“ und Trump-Fan

Mit Pompeo holt Trump einen loyalen Anhänger ins Team. Wiederholt hat er Trump gegen Kritik verteidigt. Berichten zufolge hat er den Präsidenten vor allem in den regelmäßigen Sicherheitsbriefings für sich eingenommen. Der 54-Jährige ist erzkonservativ und gilt außenpolitisch als Falke, also als Vertreter einer harten Linie in der Außenpolitik. Mehrfach hat er sich für ein Aufkündigen des Atomdeals mit dem Iran starkgemacht. Einen Regimewechsel in Nordkorea hält er für eine willkommene Entwicklung.

Mike Pompeo

AP/Carolyn Kaster

Pompeo gilt als loyaler Anhänger Trumps aus dem rechten Lager der Republikaner

Pompeo ist profilierter Anhänger der konservativen „Tea-Party“, die die Republikaner vor einigen Jahren weiter nach rechts getrieben hat. Er ist Absolvent der Militärakademie West Point und der Universität Harvard. Von 2011 an vertrat er den Bundesstaat Kansas im Repräsentantenhaus, bevor er 2017 zur CIA wechselte. Der US-Senat segnete ihn mit 66 zu 32 Stimmen ab.

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