Van der Bellen von Poroschenko in Kiew empfangen

Bundespräsident Alexander Van der Bellen ist heute in Kiew mit seinem ukrainischen Amtskollegen Petro Poroschenko zusammengetroffen. Er wurde von Poroschenko mit militärischen Ehren empfangen. Im Mittelpunkt der Gespräche dürften der Konflikt um die Ostukraine und der Streit über die Entsendung einer Blauhelm-Mission stehen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und Bundespräsident Alexander Van der Bellen

AP/Efrem Lukatsky

Die ukrainische Seite erhofft sich zudem klare Aussagen in der Frage der Krim, nachdem Spitzenvertreter der FPÖ Verständnis für die Annexion durch Russland geäußert hatten. Van der Bellen und Poroschenko wollten nach ihrem Gespräch vor die Presse treten und danach auch an einem Wirtschaftsforum teilnehmen. Außerdem ist ein Treffen mit Ministerpräsident Wolodymyr Grojsman geplant.

Kneissl trifft Amtskollegen

Van der Bellen wird auf der dreitägigen Ukraine-Reise von seiner Ehefrau Doris Schmidauer und FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl begleitet, die in Kiew von ihrem ukrainischen Amtskollegen Pawlo Klimkin empfangen wird. Außerdem will Kneissl ein bilaterales Bildungs- und Kulturabkommen unterzeichnen. Im Beisein beider Präsidenten wird zudem der österreichische Umweltaktivist Christoph Otto für sein Engagement zugunsten von Tschernobyl-Kindern geehrt.

Van der Bellen strich am Vorabend des Treffens mit Poroschenko die engen Beziehungen zwischen Österreich und der Ukraine hervor. Österreich zähle zu den größten Auslandsinvestoren in der Ukraine und sei auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. „Österreichische Firmen beschäftigen rund 30.000 Personen in der Ukraine.“ Außerdem sei Österreich einer der ersten Staaten gewesen, welche die Ukraine nach der Unabhängigkeit im Jahr 1991 anerkannt hätten.

Von Kiew nach Lwiw

In Begleitung einer großen Wirtschafts- und Kulturdelegation war der Bundespräsident bereits gestern in Kiew eingetroffen und hatte dabei unter anderem mit Vertretern der Zivilgesellschaft über Korruptionsbekämpfung gesprochen. Am Abend traf er auch zahlreiche in Österreich tätige Österreicher, darunter etwa den OSZE-Sonderbeauftragten für die Ukraine, Martin Sajdik, bei einem Empfang.

Beeindruckt zeigte sich Van der Bellen auch von einer Führung durch die Kiewer Stadtführung. „Der Maidan ist mir jetzt nicht nur historisch ein Begriff, sondern auch physisch“, sagte Van der Bellen. Am späteren Nachmittag wollte er in die westukrainische Stadt Lwiw (Lemberg) weiterreisen, wo er seinen dreitägigen Besuch beschließt.