Erdogan kündigt Militärschlag gegen Kurden im Nordirak an

Die Türkei will nach Worten ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Kürze auch gegen kurdische Milizen im Irak vorgehen. Erdogan sagte heute in Ankara, die „Terrornester im Nordirak“ würden bei jeder Gelegenheit überprüft. „Wir werden bald sehr kräftig auf die dortigen Terroristen treten.“

Minister will Operation mit Bagdad

Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte vergangene Woche gesagt, die Türkei und die irakische Zentralregierung in Bagdad könnten eine gemeinsame Militäroperation gegen militante Kurden nach den irakischen Wahlen im Mai starten. In der syrischen Region Afrin geht die türkische Armee seit Jänner gegen die kurdische Miliz YPG vor.

Die Türkei erachtet die YPG als Terrororganisation und verlängerten Arm der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die PKK unterhält in den Bergregionen im Nordirak eigene Militärstützpunkte in der Nähe der türkischen Grenze.

Erdogan rechnet mit Einnahme von Afrin

Erdogan sagte, er erwarte, dass die türkische Armee bis zum Abend die Stadt Afrin in der gleichnamigen Region vollständig eingenommen habe. Gestern hatte das Militär erklärt, den Ort eingekesselt zu haben. Erdogan sagte, die Zivilisten in Afrin würden in Autos evakuiert.

Bei Angriffen der türkischen Armee sind Medien und Aktivisten zufolge indes mehrere Zivilisten und regierungstreue syrische Kämpfer ums Leben gekommen. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete, bei einer „türkischen Aggression“ auf den Ort Badina in der Region Afrin seien mindestens neun Zivilisten getötet worden. Ein Sprecher der Kurdenmiliz YPG erklärte, türkische Jets und Artillerie hätten dort einen Konvoi beschossen.