RBI zahlt nach drei Jahren wieder Dividende

Die Raiffeisen Bank International (RBI) macht ihren Aktionären Hoffnung auf bessere Zeiten. Nach einer Durststrecke sollen die Anteilseigner für das vergangene Jahr wieder eine Dividende von 62 Cent je Aktie erhalten, teilte die Bank heute mit. Zuletzt zahlte die RBI für 2013 eine Dividende.

Auch in den kommenden Jahren sollen die Aktionäre nicht leer ausgehen. Bankchef Johann Strobl stellte eine Ausschüttung von 20 bis 50 Prozent des Konzernergebnisses in Aussicht. Anleger reagierten dennoch zurückhaltend. Die RBI-Aktie verlor an der Wiener Börse 1,9 Prozent auf 31,3 Euro und führte damit die Verlierer im Topsegment ATX an.

Bankchef sieht Institut „auf gutem Weg“

„Wir sind für dieses und für die nächsten Jahre auf gutem Weg“, sagte Strobl bei der Jahrespressekonferenz. Nach einem Konzernumbau samt Ausstieg aus einigen Märkten und einer Verschmelzung mit der Mutter Raiffeisen Zentralbank sei die Kapitalausstattung wieder gestärkt.

Gleichzeitig bedankte sich Strobl bei den Aktionären für ihre Geduld. „In der schwierigen Phase seit 2014 und während des erforderlichen Aufbaus unseres Kernkapitals aufgrund regulatorischer Vorgaben wäre die Auszahlung einer Dividende nicht vertretbar gewesen“, sagte er.

Konzerngewinn mehr als verdoppelt

Der Konzerngewinn habe sich 2017 auf 1,1 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Profitiert habe das Institut vor allem vom Wirtschaftsaufschwung in Osteuropa, wo die RBI in 14 Ländern aktiv ist. Die Risikovorsorge schrumpfte auf 287 Millionen Euro von 758 Millionen 2016.

Der Anteil der faulen Kredite in den Büchern reduzierte sich auf 5,7 Prozent von 8,7 Prozent. Für 2018 wurde ein Anstieg bei den Risikokosten angekündigt, der Anteil an faulen Krediten soll mittelfristig weiter sinken.

Die harte Kernkapitalquote verbesserte sich nach Dividende per Ende Dezember auf 12,7 Prozent von 12,4 Prozent. Mittelfristig soll die Quote bei rund 13 Prozent liegen. Trotz der niedrigen Zinsen konnte die RBI den Zinsüberschuss mit 3,2 Milliarden Euro stabil halten. Der Provisionsüberschuss stieg um 7,5 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro.