Erneut Zivilisten aus Ostghuta gebracht

Den zweiten Tag in Folge haben Zivilisten das schwer umkämpfte Rebellengebiet Ostghuta im Zentrum Syriens verlassen. Rund 25 Menschen seien in die benachbarte Hauptstadt Damaskus gebracht worden, meldeten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und oppositionelle Aktivisten heute.

Die Angaben der in Großbritannien ansässigen Organisation sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA sprach von Dutzenden Zivilisten, ohne eine genaue Zahl zu nennen.

Bilder des Staatsfernsehens zeigten vor allem Alte, Frauen und Kinder, die einen sehr erschöpften Eindruck machten. Helfer des Syrischen Roten Halbmonds nahmen die Menschen in Empfang. Bereits am Vortag hatten nach UNO-Schätzungen rund 150 Zivilisten das belagerte Rebellengebiet verlassen.

Mehr als tausend Tote durch Bombardierungen

Ostghuta erlebt seit mehr als drei Wochen eine der schwersten Angriffswellen der syrischen Streitkräfte. Seit Beginn der Operation Mitte Februar kamen Aktivsten zufolge rund 1.200 Zivilisten bei Bombardierungen ums Leben. Allein in den vergangenen 24 Stunden seien 24 Menschen getötet worden, meldete die Beobachtungsstelle.

Rund 400.000 Menschen sollen in Ostghuta eingeschlossen sein. Wegen der Blockade ist die humanitäre Lage katastrophal. Unzählige Menschen leben seit Wochen in Kellern. Bisher verließen nur sehr wenige Zivilisten das Gebiet. Regierung und Opposition werfen einander vor, eine größere Evakuierung der Region zu verhindern.