Slowakische Koalition folgt Ministerwünschen von Präsident

Neuer Innenminister der Slowakei wird Tomas Drucker, der bisherige Chef des Gesundheitsressorts im scheidenden Kabinett des Sozialdemokraten Robert Fico. Das gab der designierte slowakische Ministerpräsident Peter Pellegrini gestern in Bratislava bekannt.

Die Regierungskoalition der sozialdemokratischen Smer, der rechtspopulistischen Slowakischen Nationalpartei und der Ungarnpartei Most-Hid hat damit die Einwände von Staatspräsident Andrej Kiska akzeptiert und unternimmt einen zweiten Anlauf zur Bildung einer neuen Regierung.

Der parteilose Krisenmanager Drucker war in seiner Amtszeit in keinen Korruptionsskandal verwickelt.

Präsident lehnte ursprüngliche Ministerliste ab

Kiska hatte zuvor eine von Pellegrini vorgelegte Ministerliste abgelehnt und Bedenken bezüglich des zum Innenminister nominierten Jozef Raz geäußert, ohne diesen namentlich zu nennen.

Raz wurden freundschaftliche Beziehungen zum korruptionsbelasteten Vorgänger Robert Kalinak nachgesagt. „Das Letzte, was wir jetzt brauchen, sind weitere Spekulationen über personelle Verflechtungen“, begründete Kiska seine Entscheidung.

Pellegrini versicherte, die Koalition wolle alles Notwendige tun, um die „Situation in der Slowakei zu beruhigen“. Es sei nicht möglich, dass das Land weiter ohne legitime Regierung funktioniere, schon wegen seiner internationalen Verpflichtungen, so der künftige Premier.