Israel bestätigt Luftangriff in Syrien 2007

Die israelische Armee hat gestern erstmals einen Luftangriff auf einen mutmaßlichen Atomreaktor in Syrien im Jahr 2007 eingeräumt. Geheimdienstminister Jisrael Katz sprach indirekt von einer Warnung an den Iran. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bekräftigte die Entschlossenheit seiner Regierung zu verhindern, dass „feindliche“ Länder die Atomwaffe bekommen.

Die israelische Luftwaffe habe in der Nacht zum 6. September 2007 „erfolgreich einen im Bau befindlichen syrischen Atomreaktor getroffen und zerstört“, teilte die Armee mit. Der Reaktor sei kurz vor der Fertigstellung gestanden. Durch die Militäraktion sei eine „existenzielle Bedrohung für Israel und die gesamte Region“ beseitigt worden.

Offenes Geheimnis

Es hatte seit Langem als sicher gegolten, dass Israel hinter dem Angriff auf den Reaktor al-Kibar in der ostsyrischen Region Deir Essor stand. Damaskus bestreitet jedoch, dass es sich bei der Anlage um einen Atomreaktor handelte. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bezeichnete es allerdings im Jahr 2011 als „sehr wahrscheinlich“, dass es sich um einen Atomreaktor gehandelt habe, der möglicherweise mit Hilfe Nordkoreas gebaut worden sei.

Bisher verhinderte die Militärzensur, dass die Urheberschaft für den Angriff publik wurde. Jetzt gab Israel den Angriff öffentlich zu und veröffentlichte dazu Dokumente, die bisher als geheim eingestuft waren. 1981 hatte Israel bereits den irakischen Atomreaktor Osirak bombardiert - damals ohne die Zustimmung der USA.