Stereotype: Kritik an „Simpsons“-Machern nach Apu-Folge

Im Vorjahr hat der US-Comedian Hari Kondabolu in seiner Dokumentation „The Problem with Apu“ in der bekannten „Simpsons“-Figur Apu Nahasapeemapetilon transportierten Stereotype auseinandergenommen.

Der Besitzer des Kwik-E-Marktes hat - auch in der deutschen Fassung - einen falschen „indischen“ Akzent, gesprochen wird er im Original von Hank Azaria, einem Weißen.

„Politisch inkorrekt“

In der gestern (Ortszeit) in den USA ausgestrahlten 633. Folge der „Simpsons“ haben die Macher der TV-Serie auf Kondabolus Kritik reagiert - und neuerlich für Kontroversen gesorgt.

Marge Simpson liest Tochter Lisa darin eine Gute-Nacht-Geschichte vor, die rassistische Anspielungen enthält. „Was soll ich tun?“, fragt sie Lisa.

Lisa wendet sich daraufhin an die Zuseherinnen und Zuseher. „Etwas, das vor Jahrzehnten noch beliebt war und nicht als beleidigend galt, ist jetzt politisch inkorrekt. Was soll man da machen?“, sagt sie, ehe ihr Blick auf das Nachtkästchen schwenkt, wo ein Foto Apus steht.

Ausgerechnet Lisa

In vielen Medien und vor allem in Sozialen Netzwerken wurde die Reaktion der Serienmacher kritisiert. „Wow. ‚Politisch inkorrekt‘? Das ist, was ihr von meinem Film und der von ihm ausgelösten Debatte mitgenommen habt? Ich habe die Serie wirklich geliebt. Es ist traurig“, schrieb Kondabolu auf Twitter.

Kritisiert wurde auch, dass ausgerechnet Lisa Simpson die Zeilen sagt, jene „Simpsons“-Figur, die in der Serie mitunter Häme für ihre humanistische Einstellung einstecken muss.