Toter und Hunderte Verletzte bei Protesten in Gaza

Bei Massenprotesten im Gazastreifen sind gestern nach palästinensischen Angaben ein Palästinenser getötet und mehr als 900 verletzt worden. Ein 28-Jähriger sei an einer Schusswunde im Bauch gestorben, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit.

Demonstranten in Gaza

APA/AFP/Mahmud Hams

Nach Angaben palästinensischer Sanitäter und Augenzeugen eröffneten israelische Soldaten am südlichen Abschnitt der Grenze das Feuer. Ein israelischer Armeesprecher in Tel Aviv sagte, seit den Morgenstunden hätten Tausende von Palästinensern an fünf Stellen entlang der Grenze an Ausschreitungen teilgenommen. „Die Soldaten setzen Mittel zur Auflösung von Demonstrationen ein und schießen gemäß den Einsatzregeln“, sagte er.

Die meisten Verletzten litten den Angaben zufolge nach dem Einsatz von Tränengas an Atembeschwerden. Rund 10.000 Palästinensern nahmen nach Angaben der israelischen Armee an fünf Stellen entlang der Grenze an Ausschreitungen teil.

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Seit Ende März sind bei Massenprotesten entlang der Gaza-Grenze 34 Palästinenser getötet worden, Hunderte erlitten Schussverletzungen. Menschenrechtsorganisationen werfen Israel vor, es habe viel zu hart auf die Proteste reagiert. Anlass des „Marsches der Rückkehr“, der bis Mitte Mai dauern soll, sind die Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels.