Handelspraktiken: Für Köstinger Eigenmarken als Problem

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) begrüßt den jüngsten Vorstoß der EU-Kommission zum Schutz der Bauern gegen unfaire Handelspraktiken. Beim EU-Agrarrat heute in Luxemburg sei der Vorschlag von allen EU-Staaten positiv aufgenommen worden, sagte Köstinger. Das „große Problem“ seien aber die zunehmenden Eigenmarken der Handelsketten.

Die Produzenten der Eigenmarken der Handelsketten seien „extremem Dumping ausgesetzt“, sagte Köstinger. „Der Diskonter ist weniger ein Problem als die Eigenmarken“, so die Ministerin. „Die Handelsketten beginnen ihre Lebensmittel selbst zu produzieren, ohne Herkunftskennzeichnung, ohne dass der Erzeuger draufsteht, und das zu einem extrem günstigen Preis.“ Das habe zur Folge, dass der agrarische Mittelbau im Wettbewerb chancenlos sei.

„Billigeinkäufe aus EU-Binnenmarkt“

Eine weitere Schwierigkeit sei auch, dass oft nicht österreichische Produzenten zum Zug kommen würden, obwohl ein solcher Eindruck vermittelt werde, sondern Billigeinkäufe aus dem EU-Binnenmarkt getätigt würden. Köstinger betonte, sie unterstütze eine europäische Herkunftskennzeichnung, wie es sie schon für Frischfleisch gebe, auch für Milch und gefertigte Produkte.