Australien: Mysteriöse Hauterkrankung gibt Rätsel auf

Australischen Ärzten und Wissenschaftlern bereitet der starke Anstieg von Fällen der infektiösen Hauterkrankung Buruli-Ulkus Kopfzerbrechen.

Im Bundesstaat Victoria wurden im Vorjahr 275 Fälle registriert, ein Anstieg um 51 Prozent gegenüber dem Jahr davor, berichtete die BBC. Zudem trete die Erkrankung in neuen Gebieten auf und sei schwerwiegender als früher, zitierte die BBC den Mediziner Daniel O’Brien. Das sei insofern erstaunlich, als die Erkrankung bisher vorwiegend in tropischen Regionen auftrete, Victoria aber gemäßigtes Klima hat.

Art der Übertragung unklar

Der Erreger der Hautkrankheit ist ein Mykobakterium, das Ähnlichkeiten mit den Erregern von Tuberkulose und Lepra aufweist. An der infizierten Stelle werden Hautzellen, Fettgewebe und kleine Blutgefäße angegriffen.

Aus der anfänglichen Schwellung können sich große Geschwüre bilden. Wie die Übertragung vonstattengeht, ist noch nicht völlig geklärt. Auch bei der Behandlung der Patienten braucht es laut Medizinern noch einiges an Forschung.

„Ein Rätsel“

Genau das fordert O’Brien gemeinsam mit Kollegen in einem Artikel in „The Medical Journal of Australia“. „Wir haben keine Zeit mehr, herumzusitzen und darüber zu philosophieren“, sagte O’Brien der BBC, dafür habe die Ausbreitung schon zu große Ausmaße genommen. „Niemand versteht, was da eigentlich vor sich geht“, so der Mediziner: „Wir können nur Hinweise bieten“, die Ausbreitung der Infektionen sei ein „Rätsel“.