Sammelklage gegen Facebook wegen Gesichtserkennung

Im Rechtsstreit über die Speicherung biometrischer Daten hat Facebook eine Niederlage einstecken müssen. Ein Gericht in San Francisco ließ gestern (Ortszeit) eine Sammelklage gegen das Onlinenetzwerk zu. Eine Gruppenklage sei der effizienteste Weg, den Disput über die umstrittene Gesichtserkennung zu lösen, begründete der Richter seine Entscheidung.

Programm ohne Einverständnis verwendet?

Nutzer aus dem US-Bundesstaat Illinois werfen Facebook vor, das Programm ohne deren Einverständnis verwendet zu haben. Für sie ist das ein unzulässiger Eingriff in ihre Privatsphäre. Facebook geht nach eigenen Angaben weiter davon aus, dass die Klage unbegründet sei. Software zur Gesichtserkennung erlaubt es, etwa im Internet systematisch nach Fotos bestimmter Personen zu suchen.

Facebook steht derzeit unter Druck. Das US-Unternehmen sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, dass Informationen von bis zu 87 Millionen Mitgliedern durch Cambridge Analytica auf unlautere Weise genutzt wurden. Der Skandal hat die Grundfesten des Unternehmens erschüttert. Facebook-Chef Mark Zuckerberg musste sich deswegen bereits vor US-Parlamentariern verantworten. In den Kongressanhörungen räumte er Fehler ein und bat um Entschuldigung.

Wie Facebook in fremden Netzen nach Nutzerdaten jagt

Neben „Eye-Tracking“, das völlig neue Verhaltensdaten der Benutzer einbringen soll, hat Facebook aktuell noch weitere einschlägige Patentschriften eingereicht. Die neueste zu „impliziten Kontakten in einem Sozialen Netzwerk“ stammt von Ende Februar.

Es zeigt, wie durch Facebook-Apps von Drittanbietern gelieferte Daten strukturiert und ausgewertet werden, um implizite Kontakte zwischen Personen zu identifizieren. Diese Kontakte sind den Personen selbst in der Regel nicht bewusst.

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