Slowenien öffnet Sportwettenmarkt nun doch nicht

Slowenien öffnet seinen Sportwettenmarkt nun doch nicht für ausländische Anbieter: Die geplante Liberalisierung ist an einem Veto gescheitert. Bei der wiederholten Abstimmung im slowenischen Parlament wurde heute die erforderliche absolute Mehrheit für die Verabschiedung der entsprechenden Novelle des Glücksspielgesetzes nicht erreicht, berichteten slowenische Medien.

Damit bleibt das bestehende Monopol des Privatunternehmens Sportna loterija, das als einziges in Slowenien die Sportwetten veranstalten darf, erhalten. Mit der Gesetzesnovelle, die vor einem Monat bereits mit einer einfachen Mehrheit verabschiedet worden war, sollte das Monopol abgeschafft werden. Die in der EU ansässigen Sportwettenanbieter hätten in Slowenien Lizenzen erhalten können.

Liberalisierung erreicht Quorum nicht

Die neue Regelung konnte wegen eines Vetos der zweiten Parlamentskammer, des Staatsrats, nicht in Kraft treten. Um die Liberalisierung bei der wiederholten Abstimmung durchzubringen, hätte eine höhere Hürde genommen werden müssen: Die Abstimmung fiel mit 35 gegen 26 Stimmen zugunsten der Liberalisierung aus. Um die Marktöffnung durchzusetzen, waren aber mindestens 46 Ja-Stimmen nötig.

Die Marktöffnung wurde von großen Fußballclubs, die sich dadurch Sponsorangebote erhofften, sowie von Vertretern des Basketball- und Eishockey-Verbandes unterstützt.

Der Staatsrat stellte sich gegen die Liberalisierung, weil er negative Auswirkungen auf die Finanzierung von Sportverbänden, gemeinnützigen Organisationen und Invalidenorganisationen befürchtet, die aus den Lottogeldern gefördert werden. Auch die scheidende Regierung unterstützte die Liberalisierungspläne nicht, weil damit nur partikulär die Sportwetten geregelt würden, während der ganze Glücksspielsektor Gesamtlösungen brauche.