19 Polizisten bei Taliban-Angriffen in Afghanistan getötet

Radikalislamische Taliban haben in zwei Provinzen in Afghanistan erneut mehrere Polizeiposten angegriffen und nach Angaben örtlicher Vertreter mindestens 19 Beamte getötet und zwei verschleppt. Zehn Polizisten seien bei Überfällen in der Provinz Farah im Westen des Landes ums Leben gekommen. Zwei weitere Beamte seien dort verschleppt worden, sagten heute Mitglieder des Provinzrates.

Taliban-Sprecher Sabihullah Mujahid stellte Fotos der beiden verschleppten Polizisten sowie Bilder der erbeuteten Fahrzeuge ins Internet. Neun weitere Polizisten starben bei Angriffen auf zwei Kontrollposten in der Provinz Ghazni im Osten des Landes, wie ein Mitglied des dortigen Provinzrates auf Twitter schrieb.

Erst gestern waren bei mehreren Taliban-Angriffen in der westlichen Provinz Badghis elf Soldaten und sechs Polizisten getötet worden. Die Taliban hatten von 1996 bis zur US-geführten Intervention 2001 weite Teile Afghanistans kontrolliert. Seit dem Ende der NATO-Kampfmission Ende 2014 greifen sie verstärkt an und dehnen ihren Machtbereich aus.

Polizisten bei Anschlägen in Pakistan getötet

Unterdessen verübten drei Selbstmordattentäter im Südwesten Pakistans Anschläge auf Sicherheitskräfte und töteten dabei mindestens fünf Polizisten. Ziele seien ein Polizeiauto sowie ein Kontrollposten in der Stadt Quetta in der Unruheprovinz Baluchistan gewesen, teilte die Armee mit.

Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen. Doch in der Provinz an der Grenze zum Iran und zu Afghanistan sind die radikalislamischen Taliban und die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aktiv. Beide greifen immer wieder Sicherheitskräfte, aber auch die schiitische Bevölkerung an. Zwei der Selbstmordattentäter hatten den Angaben zufolge einen paramilitärischen Kontrollposten in Quetta angegriffen, sie seien aber beschossen worden. Ein dritter habe sich nahe dem Polizeiauto in die Luft gesprengt, in dem Beamte saßen.

Fünf der Polizisten seien dabei getötet worden. Die Zahl der Todesopfer könne noch steigen, denn weitere sieben Menschen seien verletzt worden, teilte der Arzt eines Krankenhauses mit. Der Zustand einiger der Verletzten sei kritisch. Auch die Verletzten waren vorwiegend Polizisten. Baluchistan ist die größte, aber auch instabilste Provinz des ganzen Landes.